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Wie viele Katzen passen in einen Haushalt?

Herausforderung Mehrkatzenhaushalt bewältigen

Gruppe aus mehreren Katzen

 

Diese Frage wird immer wichtiger, da zum einen immer mehr Katzen ihr Leben in reiner Wohnungshaltung zubringen - evtl. gehört ein abgesicherter Balkon zu ihrem Lebensraum oder ein ausbruchsicherer Garten – und zum anderen sie in eine neue Rolle schlüpfen müssen, die sie vor 50 Jahren sicher lange nicht in dem Ausmaß wie heute spielten, und zwar die des Familienmitglieds.

 

Familienmitglied Katze

 

Ein Familienmitglied wird geliebt, manchmal umsorgt und verhätschelt und es werden Erwartungen an es gestellt, die es manchmal gar nicht erfüllen kann.

 

Schönheitsidealen muss die Katze bisweilen entsprechen, lieb und verschmust soll sie sein sowie sauber, leise und pflegeleicht.

 

Immer? Nein, sicher nicht, denn es gibt viele Katzenhalter*innen, die sehr einfühlsam und sich zurücknehmend auf die individuellen Bedürfnisse ihrer liebenswerten Feld-Wald-und-Wiesenkatzen eingehen, und das ist großartig (lies auch "Katzen als Familienmitglieder".

 

Katze als Einzelgänger?

 

Dennoch wird unseren kätzischen Mitbewohnern einiges abverlangt, was nicht alle leisten können (und eigentlich auch nicht sollten), weil es gerade „in“ ist und/oder als absolute Wahrheit verkauft wird. Worauf ich anspiele? Auf das Dogma „Katzen dürfen nie als Einzelkatze gehalten werden!“, welches in nahezu allen Katzenforen (und leider auch größtenteils in den Tierheimen, die mir bekannt sind) vehement propagiert wird.

 

 

Auch wenn die Katze nicht der typische Einzelgänger ist, als der sie viele Jahr gesehen wurde (manche sind oder werden es aber), so stellt sich doch die Frage, wie viele Katzen in einem bestimmten Haushalt ohne

Probleme miteinander leben können. In gängigen Katzenbüchern oder in Internetforen liest man häufig folgende Ratschläge:

 

- Nicht mehr Katzen als Räume

 

- Nicht mehr Katzen als Hände zum Streicheln

 

Das sind pauschale Aussagen, die nicht sehr hilfreich sind, da sie überhaupt nicht auf das Individuum eingehen und so auch keinesfalls unkommentiert stehen gelassen werden können. Wie schon in einigen meiner Beiträge erwähnt (es ist aber auch enorm wichtig ;)), müssen die individuellen Bedürfnisse einer Katze berücksichtigt werden. Und diese hängen von Alter, Geschlecht, Temperament, Persönlichkeit, Gesundheitszustand, genetischer Ausstattung, Sozialisation und persönlicher Erfahrung ab.

 

Da kommt also einiges zusammen, worauf du als verantwortungsvolle Katzenhalter*in zu achten hast. Ja, stimmt, aber letztendlich möchtest du doch, dass sich alle verstehen, gesund und zufrieden sind.

 

Katzengruppe

Individuelle Bedürfnisse unserer Katzen berücksichtigen

 

Im Grunde lautet die Antwort auf die oben gestellte Frage „Wie viele Katzen passen in einen Haushalt?“ also folgendermaßen:

 

Die Anzahl der Katzen, die in einem Haushalt leben, sollte davon abhängig sein, inwiefern man als Tierhalter die emotionalen, körperlichen und medizinischen Bedürfnisse jeder Katze befriedigen und garantieren kann, dass jede Katze genug Raum hat, den sie optimal, also entsprechend ihrer Spiel- , Rückzugs- und Schlafbedürfnisse, nutzen kann, ohne Angst haben zu müssen.

 

 Wenn ich das nicht für jeden meiner Stubentiger dauerhaft verwirklichen kann, muss ich mich gegebenenfalls auch von einer Katze trennen können (bevor es so weit kommt, suche bitte professionelle Hilfe!).

 

Störendes, unerwünschtes Verhalten

 

Aber woran merkst du überhaupt, ob deine Katzen überfordert, verängstigt, gestresst oder unglücklich sind?

 

Am ehesten fallen die Katzen auf, die ein Verhalten aufweisen, an dem wir Menschen uns normalerweise stören und das tatsächlich häufig darauf hindeutet, dass aus der Sicht der Katzen nicht alles optimal läuft:

 

  • Die Fellnase pinkelt plötzlich auf den Teppich, den Boden, ins Bett und nicht (immer) in ihr Katzenklo.

  • Die Katze markiert mit ihrem Urin Wände, Türen und/oder Elektrogeräte.

  • Mieze kann gar nicht mehr aufhören, sich zu putzen und bekommt schon kahle Stellen.

  • Die Katzen beißen und kratzen ihre Menschen „aus dem Hinterhalt“ oder „ganz unerwartet und plötzlich“.

  • Der Vierbeiner wird immer dicker, da er aus Frust und Langeweile sein Heil im Fressen sucht.

 

 

Schwieriger wird es bei diesen manchmal sehr subtilen Verhaltensweisen, die Mensch oft gar nicht sieht oder missinterpretiert:

 

  • Eine der Miezen verstellt einer anderen demonstrativ den Weg auf`s Klo oder einen anderen wichtigen Durchgang und bedroht sie durch Anstarren – das nennt man dann auch, wird es zu einem Dauerzustand, Mobbing.
  • Die Samtpfoten haben kein Interesse am Spielen und verschlafen 20 Stunden des Tages – und das in einer oft angespannten Körperhaltung.

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Kommentare: 2
  • #1

    Tatjana (Mittwoch, 21 März 2018 20:35)

    Sehr guter Artikel, vielen Dank dafür! Diese pauschalen Aussagen über Katzen nerven mich auch.

  • #2

    Andy (Montag, 04 Februar 2019 19:15)

    Sehr interessant. Dieses Verhalten ist mir schon länger aufgefallen - aber aus diesem Blickwinkel (Mobbing) habe ich das noch gar nicht gesehen. Es ist manchmal doch komplizierter als man denkt.