Nähe-Distanz


Geschwister aus einem Wurf, die bereits als Welpen unzertrennlich waren, sind Mira und Timber, zwei Katzen der Rasse Britisch Kurzhaar.

Beide brauchen sehr viel Nähe zu ihrem kätzischen Sozialpartner und zeigen dies, indem sie sog. Kontaktliegen (wie auf dem Foto) betreiben und sich auch gegenseitig putzen (Allogrooming).


Jetzt reicht's! Siskos Nähebedürfnis ist Schwankungen unterworfen - abhängig von Stimmung, Tageszeit, Räumlichkeit, Zufriedenheit, Sicherheitsgefühl und weiteren Komponenten.

Oft genießt er es, eine Zeit lang auf den Arm genommen zu werden (von dort hat man einen tollen Überblick!); wird es ihm zu viel, stemmt er sich ein wenig mit den Beinen ab. Dieses Signal veranlasst mich dazu, ihn sofort abzusetzen - so respektiere ich sein Bedürfnis nach Distanz.


Diese beiden passen nicht zusammen: Zwei Kater, der eine forsch und selbstbewusst, der andere durchaus sozial, aber zurückhaltend mit ausgeprägtem Distanzbedürfnis.

Der schwarze Baghira - mit zwei Jahren im besten Flegelalter - gesellt sich zu dem 5 Jahre älteren Sisko, der zunächst noch entspannt auf dem Steinboden liegt, dann aber (Foto 2) mit dem Kopf zurückweicht und im nächsten Moment aufsteht und sich zurückzieht.

Was man auf den Fotos nur schlecht erkennen kann, ist das ausgedünnte Fell auf Siskos rechter Flanke - durch das ständige Putzen, das der Beruhigung dienen soll, verlor er immer mehr Haare.

Diese "Antipathie" zwischen den beiden sowie den sehr verschiedenen Persönlichkeiten und Bedürfnissen der Kater führte auf Seiten Siskos zu einem Leben, in dem seine Bedürfnisse nicht mehr hinreichend befriedigt wurden und er mit Verhaltensauffälligkeiten reagierte. In diesem Fall half nur, ein neues Zuhause für Baghira zu suchen - und das bekam er auch!


Nicht immer müssen Katzen getrennt werden, wenn sie nicht gleich optimal zusammenpassen oder sich plötzlich gar nicht mehr verstehen. Es gibt die Möglichkeit, sie zunächst räumlich voneinander zu trennen und dann mit Techniken aus der Verhaltenstherapie wieder zueinander zu führen. Hier ist Geduld, Kreativität und Einfühlungsvermögen gefragt - oft lohnt es sich aber, wie diese beiden wunderschönen Kater beweisen: Der eine zu stürmisch, der andere zu ängstlich und schon kam es zu Aggression und Rückzug. Nach konsequenter Umsetzung meiner Therapievorschläge und mit sehr viel Geduld und Liebe der Halter gelang es, aus den Feinden Freunde fürs Leben zu machen.



Diese Beispiele zeigen,

  • dass jede Katze ein individuelles Bedürfnis nach Nähe/ Distanz sowohl zu ihrem Menschen als auch zu ihren kätzischen Hausgenosssen hat;
  • wie wichtig es ist, Katzen mit gleichem Nähe-Distanz-Bedürfnis zu vergesellschaften.
  • dass es mit den entsprechenden Methoden dennoch oft möglich ist, aus Feinden Freunde zu machen.

Katzen, deren Bedürfnis nach Distanz und Nähe nicht respektiert wird, können mit folgenden Verhaltensauffälligkeiten reagieren:

  1. übermäßiges Putzen
  2. Harnmarkieren
  3. Rückzug, vermehrtes Schlafen
  4. Angst-Aggression gegenüber Tier und Mensch
  5. wiederkehrende idiopathische Blasenentzündungen

Zeigt Ihre Katze eine oder mehrere dieser Verhaltensweisen oder überlegen Sie, Ihrer Katze einen Spielgefährten an die Seite zu stellen, benötigen Sie kompetente Hilfe und Unterstützung. Kontaktieren Sie mich.