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Deine Katze miaut dauernd und du weißt nicht, warum...

... geschweige denn, was du tun sollst!??

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Mit der eigenen Katze auch verbal zu kommunizieren, ist keine Einbahnstraße: Nicht nur wir Menschen sprechen mit unseren felinen Mitbewohnern, sondern sie auch mit uns. Und das Schöne und auch Erstaunliche: Jede Katze-Mensch-Beziehung entwickelt ihre ganz eigene Sprache.

Nur nimmt das kätzische Jaulen, Miauen und Motzen manchmal Ausmaße an, die uns verwirren, nerven und ratlos da stehen lassen.

"Was willst du nur von mir??? Ich versteh' dich nicht!", möchten wir unserer Katze in solchen Momenten sagen. Doch damit stoßen wir unsererseits verständlicherweise auf taube Ohren.

Da hilft es, sich den Kontext näher anzuschauen: Wann nimmt das Gejammer Fahrt auf? In welchen Situationen? Und als nächsten Schritt zu betrachten, wie man selber in diesen Momenten reagiert.

Denn das ist die Stellschraube, an der du drehen kannst.

 

Klassische Miau-Situationen und deren Ursachen

 Das nächtliche Miauen vor der geschlossenen Schlafzimmertür - damit werden Katzenhalter*innen häufig konfrontiert. Du auch?

 

Tagsüber schläft sie und nachts macht sie Terror, so mag die Sichtweise des genervten Menschen sein.

Die Katze würde es so formulieren: Tagsüber langweile ich mich und nachts werde ich auch noch am Kuscheln gehindert. Oder: Tagsüber langweile ich mich und früh morgens schiebe ich Hunger/möchte ich raus/ ist mir immer noch langweilig.

 

Tatsächlich leiden die meisten der nächtlichen Ruhestörer unter Langeweile und machen daher besonders in den sehr frühen Morgenstunden auf sich aufmerksam. Schließlich gehören Katzen zu den dämmerungsaktiven Tieren, was sie auch als Wohnungskatzen nicht verleugnen können.

 

Bei anderen liegt das Problem woanders: Sie benötigen gerade nachts besonders viel Nähe zu ihrem Menschen und fühlen sich, wenn die Schlafzimmertür zugeht, buchstäblich ausgeschlossen. Meistens pocht dieser Katzentyp aber nicht unbedingt lautstark auf sein Recht nach nächtlichem Kuscheln.

 

Eine dritte Katzengruppe möchte weder Party machen noch schmusen, sondern schiebt schlichtweg Kohldampf - liegt die letzte Mahlzeit doch schon viele Stunden hinter ihr. Intervallfasten mag für den Menschen gesund sein, für die Katze ist es das definitiv nicht. Gerade der Stoffwechsel älterer Katzen ist auf viele kleine Mahlzeiten am Tag (und Nacht) angewiesen.

 

Und dann gibt es noch diejenigen Freigänger, die nicht selbst bestimmen dürfen, wann sie früh morgens das Haus verlassen dürfen. Entweder gibt es in diesem Haushalt keine (chipgesteuerte) Katzenklappe oder diese wurde verriegelt - meist aus Angst, dem Pelzbällchen könnte nachts etwas passieren.

Den Kontrollfreaks unter ihnen behagt diese Lösung überhaupt nicht, legen sie doch ungeheuer viel Wert auf ihre 

🐾Selbstbestimmung.

 

(Beginnende) Demenz oder Taubheit bei 🐾alten Katzen sind weitere Ursachen für nächtliche Miauattacken.

 

Katzen miauen auch dann manchmal vehement, wenn du in der Küche bist und nicht schnell genug mit der Futterzubereitung nachkommst.

 

Dies ist v.a. bei Katzen sehr ausgeprägt, die aus dem Tierschutz kommen, sich ihr Essen regelrecht erkämpfen oder in ständiger Angst leben mussten, nicht genug zu bekommen. Oder als Kitten tatsächlich nicht ausreichend Nahrung erhielten wie meine eigene Katze Meggie. Sie und ihre Freundin Ruby schaukeln sich gegenseitig regelrecht hoch, wenn es ihnen nicht schnell genug geht mit dem Lieferservice.

Sie haben gelernt, dass ihr Miauen Wirkung zeigt. Nur durch viel Training und Geduld gelingt es, Ruhe in die Fütterungsabläufe zu bringen. Es wird besser bei uns, aber es ist noch Platz nach oben😉.

 

Katzen zu Plaudertaschen erziehen

Katzen miauen aber auch häufig "einfach so" (weil wir sie dazu erzogen haben), wenn wir auf der Couch sitzen oder am PC. Sie schauen uns an und wenn wir dann nicht reagieren, springen sie entweder auf unseren Schoß, den Schreibtisch, zerreißen ihren Karton oder - genau, fangen an, penetrant zu miauen.

Manche Katzenmenschen belastet diese ständige Aufmerksamkeitsoffensive so sehr, dass sie ständig aufspringen, um sich um ihre Miezen zu kümmern, ihnen ein Spiel, ein Leckerchen, eine Schmuserunde oder eine Clickereinheit anzubieten.

Und danach geht es im schlimmsten Fall wieder los.

 

Dadurch kann die Beziehung zu unseren Tieren leiden, weil wir genervt sind und der Katze möglicherweise "die Schuld" für ihr Verhalten geben und sie dann bestrafen, indem wir sie aussperren, anschreien oder Schlimmeres.

Dabei sind doch wir Katzenhalter*innen diejenigen, die Katzen zu Quasselstrippen erziehen, oder wissenschaftlicher ausgedrückt: die Katzen konditionieren uns (und nicht umgekehrt).

Hat die Mieze erst einmal begriffen, dass wir ganz verzückt auf ihr Begrüßungsmaunzen oder zartes Miauen reagieren und sie dafür loben, wird sie dieses Verhalten öfter an den Tag legen, um zu bekommen, was sie möchte: ein Streicheln hier, ein Leckerchen da.

 

Und ganz ehrlich - ich rede auch gerne mit meinen Katzen und erhalte eine Antwort - die Kunst besteht darin, eine Balance zu finden. Wann ist es besser, meine Katze auch einmal zu ignorieren, um nicht in den Modus des Genervtseins zu kommen und auch der Katze einmal Ruhe zu gönnen!? Ganz zu schweigen von der möglichen Abhängigkeit unseres felinen Familienmitglieds von uns Menschen.

 

Die Lösung ist so komplex wie einfach.

 

Achte auf die individuellen Bedürfnisse deiner Katzen und erziehe sie zu im besten Sinne unabhängigen Lebewesen.

 

Konkret sieht das im Fall des nächtlichen Miauens so aus:

 

Strategien für eine geruhsame Nacht

Jammert deine Katze aus Langeweile nachts, biete ihr tagsüber ausreichend Möglichkeiten, sich (am besten mit dir zusammen) aktiv zu betätigen. Dabei helfen dir meine 🐾 Spieletipps.

Ein kleines Spielchen (nicht rennen, sondern lauern lassen), bevor du ins Bett gehst, sorgt dafür, dass auch deine Katze des Nachts selig (und lange) vor sich hin schlummert.

 

Ein befülltes 🐾Fummelbrett sorgt für nächtliche Abwechslung und beugt gleichzeitig dem kleinen Hunger vor. Eine andere Alternative besteht darin, deine hungrige Miez kurz vorm Schlafengehen mit einer kleinen Mahlzeit zu beglücken. Oder du investierst in einen zeitgesteuerten Futterautomaten, der bei richtiger Einstellung praktischerweise dann seine Luke öffnet, bevor deine Katze ihr Miaukonzert beginnt. Zwei Modelle werden von meinen KundInnen oder 🐾 KatzenclubberInnen immer wieder empfohlen: Der Pet Safe Futterautomat, zeitgesteuert*  (bzw. der Pet Safe Healthy mit App Funktion*) oder das Modell Cat Mate 365 Futterautomat*.

 

Die dringend nach menschlicher Nähe suchende Katze solltest du mit in dein Schlafzimmer nehmen. Vielleicht reicht es ihr bereits, wenn sie nah bei dir, aber ohne Körperkontakt, in einem kuscheligen Körbchen auf der Kommode zur Ruhe kommt.

 

Und der nervöse, freiheitsliebende Stromer sollte im besten Falle selbst bestimmen dürfen, wann er seine Streifzüge unternimmt.

 

Damit haben wir den Teil "Bedürfnisse respektieren" bravourös gemeistert und dem Gejammer ganz zärtlich ein Ende gesetzt - eine Win-win-Situation.

Fehlt nur noch die Erziehung zu einer - so weit möglich - unabhängigen Katzenpersönlichkeit.

 

Adé Quasselstrippe, willkommen großer Schweiger?

Ob uns eine Plaudertasche nervt oder nicht, bestimmen immer noch wir selbst. Eine Siamkatze, die per se redselig ist, wirst du schwerlich zum schweigsamen Mönch umerziehen können oder auch wollen.

 

Eine Katze hingegen, die dir auf Schritt und Tritt folgt und dich dauernd anmaunzt, weil sie Aufmerksamkeit möchte, ist anstrengend. Und zugleich zeigt dieses Verhalten eine extreme Abhängigkeit, die auch der Katze nicht gut tut. Gerade solche Pelzbällchen leiden nämlich auch unter der menschlichen Abwesenheit extrem und reagieren häufiger mit Unsauberkeit.

 

Du tust also dir und deiner Katze einen großen Gefallen, wenn du sie pfötchenweise aus ihrer Abhängigkeit herausholst und ihr dadurch mehr Selbstvertrauen gibst.

Überlege dir also, welche zentralen Bedürfnisse deine Katze hat und erfülle diese auch. Während eurer heißgeliebten Rituale (Kuscheln, Spielen, Bürsten) widmest du deine Aufmerksamkeit 100 % deiner Katze. Schenke ihr hingegen keine Beachtung (nicht ansprechen, nicht ansehen), wenn sie dir bspw. beim Hausputz hinterherläuft.

Auch hier ist Fingerspitzengefühl und Wissen gefragt: Ein Ignorieren an den falschen Stellen und zum falschen Zeitpunkt kann ein Trauma bei deinem Schützling verursachen, eine anerzogene Anhänglichkeit zu Verlustängsten und Verhaltensauffälligkeiten führen.

 

Du siehst, hinter vielleicht nervenden, aber auf den ersten Blick harmlos erscheinenden Miausalven, können echte und Ernst zu nehmende Katzenprobleme stecken.

Deshalb ist es so immens wichtig, deiner Katze Gehör zu schenken und ihre Sprache zu verstehen.

 

 Mehr Sicherheit im Umgang mit deinen gesprächigen oder schweigsamen Katzen erwirbst du, wenn auch du Mitglied in meinem Leben mit Katze Insider Club wirst.

Über die Autorin:

Mein Name ist Katja Henopp und ich bin Katzenpsychologin,  Kurs- und Katzenclubleiterin.

Ich helfe dir dabei, deine Katzen besser zu verstehen und individuelle Lösungen für deine täglichen Katzenherausforderungen zu finden.

Ich zeige dir in meinem 🎙Podcast, wie deine Katzen ticken, damit du sie noch besser verstehst - für ein glückliches und harmonisches Miteinander.

Alle 14 Tage donnerstags mit neuer Folge.


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Kommentare: 1
  • #1

    Carmen (Samstag, 27 Februar 2021 15:13)

    Liebe Katja.
    Super Artikel.
    Ich werde diesen meiner Mutter empfehlen. Sie hat eine „ Quasselstrippe“ zuhause.
    Liebe Grüße, Carmen vom 28TC.