· 

Bist du eine Helikopterkatzenmama?

- Wie Überfürsorge deinen Katzen schaden kann

Vor einigen Tagen bezeichnete sich eine sehr liebenswerte und fürsorgliche Katzenhalterin im Forum meines 🐾Katzenclubs selbstironisch als "Helikopterkatermama", was mich zum Schmunzeln brachte. Sandra weiß, wovon sie spricht, arbeitet sie doch als Erzieherin im Kindergarten und kennt sich mit den berühmt-berüchtigten "Helikoptereltern"  bestens aus.

Meiner Einschätzung nach gehört Sandra nicht zu dieser besonderen Mama (auch Papa)spezies, sondern zu den Menschen, die ihre🐾 Katzen als Familienmitglieder betrachten, sie aber nicht erdrücken und ihnen Freiraum lassen.

Überfürsorgliche Katzenmamas kontrollieren ihre Katzen und schaden ihnen damit. Bist du auch eine Helikoperkatzenmama?

 Dennoch hat mich dieser wunderbare Begriff der "Helikopterkatermama" nicht los gelassen, weil es ein Phänomen anspricht, das es zumindest in meiner Wahrnehmung immer häufiger gibt: Katzen werden zunehmend kontrolliert, in ihrer Freiheit beschränkt und mit Fürsorge nahezu erdrückt.

Und das in allerbester Absicht, das möchte ich an dieser Stelle ausdrücklich betonen (nehme ich da nicht auch leise Propellergeräusche über meinen Katzen wahr🙈!?).

Dennoch komme ich nicht umhin, mir die Frage zu stellen: Wann ist es zu viel, wann tötest du den selbstbewussten Tiger in deiner Katze?

Helikoptereltern - was treibt sie an, was richten sie an?

Was zeichnet "Helikoptereltern" (von Kindern, nicht von Katzen) aus und macht sie zum Alptraum eines jeden Erziehers oder Lehrers?

Sie kreisen ständig um ihre Sprösslinge, kontrollieren diese, lassen ihnen keinen Freiraum und nehmen ihnen unangenehme Dinge gerne ab. Und das alles, um sie zu beschützen.

Wovor, wirst du dich fragen!?

Vor schlechten Erfahrungen, Fehlern und potenziellen Gefahren, die das Leben so bereit hält.

Eine fatale Entscheidung, da diesen überbehüteten Kindern die Chance genommen wird, an ihren Fehlern zu wachsen und negative Gefühle (wie z.B. Frustration) und Situationen einfach einmal auszuhalten.

Diesen Kindern fällt es schwerer als anderen, die sich ausprobieren durften, ein gesundes Selbstvertrauen aufzubauen oder mit Rückschlägen angemessen umzugehen - kein wünschenswerter Start ins Erwachsenenleben (übrigens auch nicht für deren Mitmenschen).

 

Und was hat dieser Exkurs nun mit Katzen und deren Leben zu tun?

 

Der Mensch übernimmt die Erzieherrolle der Katze

In den ersten 16 Wochen im Idealfall erst einmal nichts; so lange sollten die kleinen Kätzchen die Erziehung ihrer Mutter und die Maßregelungen durch ihre Geschwisterchen erfahren. Danach sind sie bestens gerüstet für die Welt mit ihren bunten Facetten.

 

Und danach wird's spannend - jetzt übernimmt ein Mensch die Erzieherrolle der Katzenmutter (auch bei erwachsenen Katzen) und übersieht dabei manchmal,

  • dass Katzen gerne ihre eigenen Entscheidungen treffen und mitbestimmen wollen;
  • wie sehr es sie nervt, wenn sie auf Schritt und Tritt verfolgt, zugetextet (v.a. beim gemeinsamen Spiel und in der Tierarztpraxis ein No-Go) und sogar noch im Schlaf gestört werden;
  • dass Katzen einfach den Spieß umdrehen und uns Menschen mit ihrem fordernden Miauen ganz schön ins Schwitzen bringen.

Fürsorglich oder übers Ziel hinausgeschossen?

Fürsorgliche Katzeneltern💖

  • kennen die Bedürfnisse ihrer Katzen (auch das nach🐾 Selbstbestimmung)und respektieren diese;
  • achten auf Veränderungen im 🐾Verhalten/Aussehen ihrer Katzen;
  • sorgen, wenn sie einige Tage in Urlaub fahren, für eine liebevolle Pflege ihrer Schützlinge durch Freunde, Familie oder eine Catsitterin;
  • trainieren ihre Katzen auf das Geräusch der Türklingel und auf freundliche Menschen, weshalb Besuch zum Lebensalltag gehört;
  • gewähren ihren Katzen Freigang, wenn die Bedingungen gut sind;
  • sichern ihren hoch gelegenen Balkon mit einem Katzennetz o.ä.;
  • locken ihre zurückhaltenden Vierbeiner sanft aus ihrer Komfortzone,
  • ...

Helikopter-Katzeneltern💖🚁

  • beobachten ihre Katzen ständig, wissen zu jeder Sekunde, wo sie sich aufhalten;
  • verbarrikadieren Treppenaufgänge und Brüstungen in der Wohnung, damit die Katzen nicht hinunterstürzen;
  • springen beim kleinsten Miauen ihrer Schützlinge auf und schauen nach, was los ist;
  • laden nie oder nur selten Gäste ein;
  • fahren schon lange nicht mehr in Urlaub;
  • gewähren ihren Katzen keinen Freigang, obwohl die Bedingungen ideal wären;
  • stellen ihre Katzen nicht vor (lösbare) Herausforderungen;
  • haben immer ein schlechtes Gewissen, nicht genug zu tun;
  • fühlen sich oft überfordert und sind gestresst,
  • ...

Na, wo ordnest du dich ein? Hast du Helikopteranteile in dir entdecken können?

 

Wenn ich ganz ehrlich bin, wachsen kleine Propellerchen auch zwischen meinen Schulterblättern hervor ...in Sachen Urlaub benötige ich definitiv mehr Gelassenheit und Vertrauen, dass schon nichts passieren wird, wenn ich weg bin. Weiß ich doch meine beiden Mädels in den besten Händen.

Auswirkungen auf dich und deine Katzen

Überfürsorgliche Katzenhalter*innen geben ihren Katzen wenig Chance, den mutigen, auf sich vertrauenden Tiger herauszulassen, der ganz gelassen den unterschiedlichen Herausforderungen, die das Leben bieten sollte, entgegen sieht und zu meistern weiß.

Zudem erziehen sie so möglicherweise kleine unsichere Tyrannen, die mit Frustration (Was? Ich muss warten😾?) gar nicht umgehen können (genau wie ihre menschlichen Vorbilder), sich nicht mehr alleine beschäftigen können und eine 24-Stunden-Bespaßung lautstark einfordern.

 

Und du als "Übermutter"  bleibst auf der Strecke, weil du total fertig mit den Nerven bist, dir wenig oder keine Auszeiten gönnst,  dir ständig Sorgen um deine Lieblinge machst und deine Beziehung den Bach runtergeht, weil dein Partner dir null Verständnis entgegen bringt.

 

Wie du die Propeller wieder los wirst

Um 180 ° wirst du dich nicht drehen - musst du aber nicht. Es reicht für den Anfang, wenn der Hubschrauber auch mal am Boden bleibt.

Mein 1. Tipp lautet daher: Suche dir eine Sache aus, die du verändern möchtest und setze dir Miniziele, die dich nicht noch zusätzlich stressen (lade z.B. eine gute Freundin zu dir nach Hause ein und veranstalte nicht gleich eine Party; übernachte eine Nacht auswärts und nicht direkt drei Wochen).

 

Mein 2. Tipp: Werde Teil einer fürsorglichen, wertschätzenden  Community, die genau wie du das Beste für ihre Katzen will und sich immer darauf verlassen möchte, kompetente, individuelle Unterstützung zu erhalten.

 Komm in den Katzenclub, weil das Leben mit Katze immer wieder neue Situationen für dich bereit hält. Im Katzenclub erfährst du gleich, was dahintersteckt und wie du damit umgehst.

Und ganz behutsam lernst du als Helikopterkatzenmama, die Propeller abzulegen.

 

Setze dich ganz unverbindlich auf die Warteliste, wenn du mehr erfahren und von meinem Frühbucherbonus profitieren möchtest.

Der Leben mit Katze Club ist wieder ab 9.9.20 für neue Mitglieder geöffnet.

 


Kommentar schreiben

Kommentare: 0