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Hilfe bei missglückter Zusammenführung

von Vanessa Lellig

Unser Kater Tiger war – wie die besten Dinge im Leben – ganz und gar nicht geplant gewesen.
Nachdem unser Kater Tom nach längerer Behandlung an Krebs verstorben war, wurde unsere Katze Hexe zur Einzelkatze. Da die beiden sich immer nur sehr bedingt verstanden und eher geduldet hatten, war dies aber nicht allzu schlimm für sie und sie blühte im Gegenteil sogar regelrecht auf. Wir hatten während des Jahres, in dem wir nur Hexe zuhause hatten, mehrere Gelegenheiten, eine Zweitkatze hinzuzunehmen, aber bewusst auf die Suche gingen wir nie. Und weil Hexe von Tom untergebuttert worden war und doch eher zurückhaltend ist, wollten wir nichts überstürzen, immerhin sollte die neue Katze oder der neue Kater sehr gut zu ihr passen.

 

Motiv Mitleid

Katze mit Schmerzen in der Badewanne

Doch dann schickte eine Freundin, die in einer Tierklinik arbeitet und über die wir auch Hexe und Tom bekommen hatten, kommentarlos Bilder per WhatsApp – von einem armen, sehr kranken Kater. Seine Menschen hatten ihn mit einer katastrophalen Blasenentzündung vorbeigebracht und wollten oder konnten die Folgebehandlungskosten nicht übernehmen. Die Tierklinik bietet in solchen Fällen an, dass die Besitzer die Tiere an die Klinik abtreten können, wenn eine reelle Chance auf Heilung besteht – die Klinik vermittelt diese dann weiter.

 

Wir waren hin- und hergerissen, besuchten Tiger aber in der Klinik. Dort war er eher zurückhaltend, etwas schreckhaft und sehr lädiert. Er tat mir leid, doch es war nicht Liebe auf den ersten Blick und ich war sehr unsicher wegen Hexe. Sie war immerhin unsere Katze und sie ging vor. Was, wenn sie sich wieder zurückziehen würde, wenn Tiger bei uns wohnte? Was, wenn sie doch nicht so zueinander passten wie vermutet? Dann überwog jedoch die Katerliebe (oder der Helferkomplex?) und wir nahmen ihn zu uns – wenn es nicht passen würde, könnten wir ein neues Zuhause für ihn suchen, sobald es ihm besser ging.

So war das Zusammenleben nicht geplant

Die ersten Wochen brachten wir Tiger in unserem Schlafzimmer unter, damit seine Blasenentzündung in Ruhe heilen konnte und Hexe nicht sofort mit dem neuen Mitbewohner konfrontiert wäre. Für die Zusammenführung konnte ich mir schon erste Tipps von Katja einholen; wir wollten es so langsam wie nur möglich angehen lassen.

 

Dennoch war es auch für Hexe nicht Liebe auf den ersten Blick als sie das erste Mal auf Tiger traf. Was sollte dieser fremde Kater in ihrer Wohnung? Es kam zu Gefauche und Jagerei, Hexe hatte Angst und zog sich unter den Sessel zurück, manchmal sahen wir sie stundenlang nicht. Tiger hingegen lebte sich schnell ein, die Wohnung war bald sein Revier, ganz besonders das Schlafzimmer. Manchmal stürzte er sich auch aus heiterem Himmel auf Hexe, biss ihr in den Nacken; wir verstanden es nicht – das Zusammenleben war sowohl für Tier als auch Mensch anstrengend geworden. Außer es gab Fressen, dann war Waffenstillstand und die beiden fraßen sogar abwechselnd aus dem Napf des jeweils anderen. Immer mal wieder versuchte Tiger auch, Hexe abzulecken, was diese aber meist schon vorher mit einem Pfotenhieb und Fauchen abwehrte. Die komplette Situation war eher angespannt – Zeit also, sich Hilfe zu holen.

Wir wollten verstehen, wieso Tiger sich auf Hexe stürzte und wieso diese sich ständig von ihm bedroht fühlte, selbst wenn er nur an ihr vorbeilief. Ich zweifelte immer mehr, ob es eine gute Idee gewesen war, Tiger zu uns zu nehmen, hatte ihn aber doch ins Herz geschlossen und wollte ihn nicht kampflos abgeben.

 

Bestandsaufnahme und Optimierung

Katzen mit Sicherheitsabstand

Vor Katjas Besuch hielten wir die Zusammenstöße der beiden Katzen auf Videos fest und schickten Bilder. Die erste gute Nachricht, die Katja am Tag ihres Besuchs verkündete, beruhigte uns sofort: Hexe und Tiger seien beide sehr sozial und wir würden Tiger ihrer Einschätzung nach nicht abgeben müssen – aber es würde einiges an Arbeit auf uns zukommen. Geduldig zeigte sie den Menschen, wie man vernünftig spielt, erklärte, dass Tiger nicht ausgelastet genug sei und sich deswegen auf Hexe stürze, dass die beiden unterschiedliche Spielbedürfnisse haben und wie wir diese befriedigen können. Außerdem beging sie die Wohnung mit uns, schaute sich genau an wie die Katzen bei uns leben und gab uns Tipps wie wir die Wohnung mit kleinen Handgriffen katzenfreundlicher gestalten können. Mit Katjas Hilfe begannen wir zu verstehen, wieso unsere Katzen sich so verhalten wie sie sich verhalten und wir konnten gezielter etwas dagegen tun. Und, so schmerzhaft das auch manchmal ist, wir erkannten, dass wir das „Problem“ waren – immerhin sorgten wir nicht für genug Entlastung und waren etwas zu spielfaul, besonders für Tiger. Wir würden aktiver werden müssen, um glückliche Katzen zu haben.

 

zwei katzen mit pföteldecke

Nach einer Bestandsaufnahme und dem Durchsprechen unseres Tagesablaufs, gab uns Katja für den Start erste Tipps, die sie später noch ausbaute – erweitert durch Links, Bilder und vielem mehr, das uns helfen könnte. In den nächsten Wochen stand sie uns mit Rat und Tat zur Seite, telefonierte noch zweimal mit uns und beim Abschlussgespräch konnten wir ihr schon die ersten Früchte der Zusammenarbeit verkünden: Hexe und Tiger rauften deutlich weniger, Hexe verkroch sich kaum noch unter dem Sessel, und manchmal durfte Tiger sie auch ablecken ohne dass sie sofort nach ihm haute. Das machte die Menschen sehr glücklich.

 

Ende gut - alles gut?

Und heute? Natürlich raufen die beiden immer mal wieder noch miteinander, wobei Tiger es ab einem gewissen Punkt übertreibt und Hexe lauthals schreit. Dann gehen wir dazwischen. Es kommt aber auch immer häufiger vor, dass Hexe sich auf ihn stürzt und raufen will oder zum Spielen animiert. Ablecken ist inzwischen kaum noch ein Problem – solange er sie nicht anschließend in den Nacken beißt. Die beiden schlafen friedlich zusammen im Schlafzimmer und auf der Fensterbank im Wohnzimmer, dank von Katja empfohlenem Sichtschutz zwischen den Kissen. Geht Tiger an Hexe vorbei, faucht sie nicht mehr, und vor ein paar Tagen lagen sie sogar nebeneinander auf dem Bett – vor zwei Monaten noch undenkbar.

 

 

Dank Katja haben wir gelernt, die individuellen Bedürfnisse unserer Katzen besser zu verstehen und ihnen nachzukommen. Unsere Katzen sind ausgeglichener und es kommt seltener zu Konfliktsituationen, und wenn doch, wissen wir, wie wir reagieren sollten und können einschätzen, wieso es dazu kam. Und wir wissen, dass wir das Spielen etwas zu sehr vernachlässigt haben und wieder zur Angel greifen sollten …

 


 

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