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Spielen mit mehreren Katzen

Lebst du mit mehreren Katzen zusammen?

Gibt es schöne tägliche Spielrituale, bei denen die Katzen so richtig ihrem Jagdbedürfnis nachgehen können?

 

Super, dann hast du in diesem Punkt schon mal alles richtig gemacht.

 

Aber kennst du folgende Situation? -  Kater Ben und Katze Mia jagen dem fedrigen Angänger einer Spielangel hinterher, wechseln sich auch ab und haben offensichtlich ihre helle Freude an der Hatz, doch irgendwo im Hintergrund sitzt Katze Ruby, schaut scheinbar desinteressiert, faucht, wenn ihr eine der Mitkatzen zu nahe kommt oder wagt sich aus der Deckung und wird sofort von Kater Ben verdrängt.

Irgendwann verlässt sie den Schauplatz und zieht sich zurück - vielleicht zum "Schlafen", vlt. kratzt sie auch frustriert an einem Möbelstück herum oder kompensiert ihre Langeweile durch Fressen.

Und da sie nie zum Zuge kommt, heißt es entweder: "Die spielt nicht!" oder: "Die ist zickig!" - Arme Ruby!

Warum Spielen für (Wohnungs-)Katzen so wichtig ist

dicke Katze
Foto: pixabay

Freigänger sind in diesem Fall eindeutig im Vorteil, denn diese haben die Möglichkeit, alle ihre Sinne einzusetzen und alles zu jagen, woran sie Gefallen finden.

Der "Jagdinstinkt" ist allen Katzen zu eigen, gleichgültig ob sie in einer 30 qm Wohnung leben oder ein Revier von mehreren Kilometern zur Verfügung haben.

Und dieser muss "bedient" werden, sonst kann es zu erheblichen Gemüts- und Verhaltensproblemen kommen, letztendlich auch zu Folgen für die körperliche Gesundheit.

Um dies zu veranschaulichen, möchte ich noch einmal auf unsere Ruby zurückkommen. Wenn sie Pech hat und von ihrem Menschen missverstanden wird, kommt sie so gut wie gar nicht zum interaktiven Spielen, denn mit ihren Katzenkameraden Ben und Mia kommt sie auf keinen Spielnenner - die sind ihr zu grob.

Also wird sie sich von diesen distanzieren und ihr (Seelen-)Heil im Fake-Schlaf suchen; sie hat ja nichts zu tun, die Wohnung kennt sie in- und auswendig und was bleibt, sind die spärlichen Schmuseminuten mit ihren Menschen.

Klar - diese genießt sie auch; aber das ist doch kein katzengerechtes, lebensfrohes Leben, das sie da führt.

Ach ja - Fressen geht natürlich immer...so als Ersatz, das kennst du vlt. in manchen Situationen von dir selber.

Je nach Fütterungsmanagement ihrer Halter wird Ruby sich selbst therapieren, indem sie futtert, was sie kriegen kann. Und da sie kaum Bewegung hat, wird sie fett.

Adipöse Katzen werden häufiger krank (z.B. Diabetes) und haben eine kürzere Lebenserwartung - das sind keine gute Aussichten für unsere Ruby.

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Unterschiedliche Spieltypen

Leider passiert es in Mehrkatzenhaushalten häufig, dass die Fellnasen, was ihr Spielverhalten betrifft, nicht unbedingt zueinander passen - und das ist ja auch Rubys Problem.

Der Raufbold

Katze mit Baldriankissen

 

Dieser Typ ist aktiv, liebt Jagdspiele und "tötet" auch gerne mal ein geeignetes Obekt in Beutegröße, z.B. eine Baldrianrolle - die wird dann feste mit den Hinterläufen traktiert.

Zu diesem "Raufbold" passt das gleiche Kaliber von beherztem, manchmal grobem Spieler.

Ungeeignet: zarte, zurückhaltende Objektspieler

Die Objektspielerin

Katze jagt auf Couch

 

Häufig sind es die Katzenmädels (aber durchaus nicht immer), die gerne einer Alukugel oder einer Fellmaus hinterherjagen - draußen darf es dann auch mal ein Schmetterling sein.

Diese Objektspieler(innen) harmonieren natürlich am besten mit ihresgleichen - grobe Pöbeleien mögen sie gar nicht.

Der Lauerer

 

Eigentlich die klassische Katze: die Lauerjägerin

 

Das Tollste für ihn oder sie ist das Belauern der (versteckten) Beute - da können auch schon mal zwei Minuten ins Land gehen, bevor er oder sie zum Sprung ansetzt.

Tipp: Geduld haben!

Der Unersättliche

jagender Kater

 

Schnell noch der Angel hinterherhetzen und danach einen Teppich "töten" und dem Laserpointer noch hinterher...ach ja, die Clickerrunde kann auch grad noch mitgenommen werden.

Und jetzt? Mir ist langweilig!

Tja, solche hyperaktiven Tiere sind als Freigänger bestens aufgehoben. Wenn das nicht möglich ist, heißt es: Abwechslung in den Beschäftigungsalltag bringen.

Gefahr: nervt seine Kumpels

Kein Wunder also, dass es oft mit dem gemeinamen Spiel nicht hinhaut - zu unterschiedlich sind die Vorlieben und Spielpersönlichkeiten unserer Katzen.

Da bedarf es ein wenig Fingerspitzengefühl, Erfahrung, Intuition und Kreativität, um allen kätzischen Mitbewohnern gerecht zu werden.

Und gerade die zurückhaltenden Ruby-Katzen benötigen deine Aufmerksamkeit, damit sie sich wieder unbeschwert und lebensfroh  ihres Katzenlebens erfreuen können.


 

Über die Autorin: Katja Henopp

Mein Name ist Katja Henopp und ich bin Katzenpsychologin, Tierheilpraktikerin und Kursleiterin.

Ich helfe dir dabei, deine Katzen besser zu verstehen und Verhaltensprobleme aufzulösen.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Susanne (Sonntag, 07 April 2019 15:20)

    Ja das Spielen mit mehreren Katzen im Haushalt ist nicht immer einfach. Aber es gibt von dir liebe Katja da nützliche Tricks und Tipps die das doch sehr erleichtern. 3 von meinen 4 lassen sich super auf ein gemeinsames Spiel ein, sofern ich die unterschiedlichen Bedürfnisse berücksichtige und darauf eingehe. Vielen Dank für den wirklich aufschlussreichen Artikel und auch Danke für deine Ratschläge