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Die Seele der Pflanze (Teil 2)

Anwendung von ätherischen Ölen bei Katzen

von Tanja Hansen

Im ersten Teil dieser Serie „Die Seele der Pflanze I - Grundprinzipien von ätherischen Ölen bei Katzen“ hast du kennen gelernt, was man z. B. bei der Qualität der Öle zu beachten hat, wenn man diese für seine Katze einsetzen möchte.

 

Nun schauen wir uns an, bei welchen Wehwehchen und größeren Geschichten wir unsere Katzen unterstützen können und wie das im Genauen aussehen kann.

 

Anwendungsgebiete

Wir können unsere Katzen emotional, mental, psychisch und auch körperlich mit ätherischen Ölen unterstützen.

Sei es bei einem Schockzustand, einer Depression, Blessuren von Katzenkämpfen, Ängsten (wie z. B. Silvesterangst, Angst vor dem Staubsauger oder wenn der Tierarzt-Besuch naht), bei Zusammenführungen mit Artgenossen, Wohnungswechsel, Partnerverlust, Trennungsangst, verstorbenem Menschen, aber auch zur Rekonvaleszenz bei einer Krankheitssituation wie einer Operation oder Verletzungen.

Sie können eingesetzt werden zur Durchblutungsförderung, bei bakteriellen, viralen, fungalen (durch Pilze ausgelöste) und parasitären Belastungen oder Infekten, zur Schmerztherapie, Gewebedesinfektion und -regeneration, zur Immunstimulation, Wundheilung und Blutgerinnungshemmung, zur Entwässerung und Regulierung des Wasserhaushalts, bei hormonellen Anliegen, zum Fettabbau, zum Lösen von Schleim, zum Einsatz bei der Verdauung, Anregung und Zügeln des Appetits, zur Sauerstoffversorgung, Entkrampfung, aber auch zur Beruhigung der Nerven, zur Stimmungsaufhellung, zur Behandlung von Wunden und Insektenstichen, zur Regeneration bei Knochenbrüchen, Arthrose. Wir können ätherische Öle auch zur Gesundheitsvorsorge durch Stärkung oder Harmonisierung der Seele verwenden, als Ausgleich von Befindlichkeiten ohne Krankheitswert wie Anspannung, innere Unruhe oder Schüchternheit, als Entspannung und Anregung.


Kurzum: Ätherische Öle können zur Unterstützung des Wohlbefindens von Körper, Geist und Seele deines Sofatigers oder Weltenbummlers dienen.

Anwendung

Foto: pixabay
Foto: pixabay

Die Anwendungsweisen möchte ich hier zu meinem derzeitigen Wissensstand auf die Bereiche äußere (topische) Anwendung am Tier und aromatische Anwendung (Inhalation) als Verduftung via Ultraschallvernebler u. a. eingrenzen. Von der inneren (oralen) Anwendung ätherischer Öle bei Katzen möchte ich für Laien in Selbstanwendung abraten.


Wichtig ist, ätherische Öle bei der Anwendung an der Katze (also äußerlich) immer mit einem Trägeröl zu verdünnen. Hier hat sich fraktioniertes Kokosöl, welches nicht fest wird, gut bewährt, weil es schnell in die Haut einzieht und nahezu geruchlos ist. Es gehen aber auch andere Öle wie z. B. Sojaöl, Sonnenblumen- oder Olivenöl usw.

Natürlich bestätigen Ausnahmen die Regel und es gibt ätherische Öle, die unverdünnt am Tier angewandt werden können. Jedoch rate ich auch hier für Laien in der Selbstanwendung ab (absolute Ausnahmen: 1 Tropfen Lavendel oder 1 Tropfen Weihrauch-Öl äußerlich angewendet funktioniert bei Katzen super-problemlos!).

 

Katzen verfügen über einen anderen Stoffwechsel als wir Menschen. Der Katze fehlen bestimmte Enzyme, die die Leber benötigt, um gewisse Stoffe abzubauen, wie z. B. Alkohol oder eben bestimmte ätherische Öle. Deswegen verwenden wir nach Möglichkeit keine Zitrone oder Flohkraut; wobei sich bei letztgenanntem die Geister scheiden. Die Inhaltsstoffe dieser Öle können von der Katzenleber schlecht/nicht verstoffwechselt werden und wir würden unsere Katze damit auf die Dauer vergiften, wenn wir sie topisch, also äußerlich, damit behandeln. So steht auch Wintergrün und vor allem das Teebaum-Öl in Verdacht, Katzen zu töten. Weit gefehlt – wenn man therapeutische Qualität hat (merkst du was? ;-)).

Anders sieht es aus, wenn du Zitrusöle in den Verdampfer gibst. Das ist unbedenklich. Es ist darauf zu achten, alle ätherischen Öle sehr zart und sehr niedrig dosiert zu verwenden. Denn die Menge macht das Gift und Katzen riechen seeehr viel besser und reagieren sehr viel empfindlicher als wir.

Außerdem sind ätherische Öle hochkonzentriert. 1 Tropfen Pfefferminzöl enthält die Wirkkraft von 28 Tassen Pfefferminztee! Du kriegst den Punkt? ;-) Verduftest du ätherische Öle, so gib deinem Tier immer die Chance, den Raum zu verlassen, wenn es genug vom Öl hat.

 

Du erkennst, ob deine Katze das Öl mag oder braucht, wenn sie wohlwollend liegen bleibt, sich entspannt oder gar die Nähe des Ölduftes sucht. Wendet sie sich ab oder verlässt den Raum, dabei die Nase rümpfend, so braucht die Katze das Öl momentan nicht und empfindet den Duft als unangenehm. Dies kann zu einem anderen Zeitpunkt wieder anders aussehen. Wir fühlen uns ja auch nicht immer gleich.

Beim Verdampfen im Ultraschalldiffuser verwendest du das reine, unverdünnte, ätherische Öl oder eine Mischung aus verschiedenen ätherischen Ölen deiner Wahl, die sich möglichst nicht in der Indikation entgegen wirken. Du verwendest hier kein Trägeröl. Du kannst aber auch einen Tropfen auf ein Tuch oder Papiertaschentuch geben und dieses am Liegeplatz oder in der Nähe deiner Katze platzieren. Bei der Anwendung auf der Haut deiner Katze verwendest du immer die mit Trägeröl verdünnte Variante.

Bitte verwende keine Duftlampe, die mit einem Teelicht erhitzt wird. Die ätherischen Öle behalten zwar den typischen Duft, werden aber zu heiß, verbrennen, verlieren so ihre Wirkung und setzen sogar giftige (!) Dämpfe frei. Außerdem ist die kleine, offene Flamme eine Gefahrenquelle für unsere Stubentiger.


Der Vorteil einer Kaltverdampfung mit einem Ultraschalldiffuser liegt darin, dass die Partikel des ätherischen Öles nicht kaputt gemacht werden, sondern sogar über unsere Nase sehr dezent und nicht aufdringlich in den Körper gelangen und so ihre Wirkung entfalten können. Diese Anwendungsmöglichkeit verwenden wir, wenn wir auf die Emotionen und vor allem die Psyche unserer Katze einwirken wollen, beispielsweise, wenn wir forcieren möchten, dass sie sich entspannt. Körperliche Beschwerden unterstützen wir mit mit  Trägeröl verdünnten ätherischen Ölen auf der Haut der Tiere. Die aromatische Anwendung kann eine positive Wirkung auf Emotionen, den Geist und die Psyche haben, weniger auf den Körper, außer bei Kopfschmerzen.


Über die Haut verteilt sich ein ätherisches Öl innerhalb von Minuten im Blutkreislauf, auch wenn man es nur  punktuell anwendet. So geben wir beispielsweise eine für die Psyche beruhigende Mischung aus ätherischen Ölen auf die Pfotenballen und auf die Ohrmuscheln und massieren sie dort sanft ein. Achte darauf, dass die Öle-Mischung nicht nur das Fell deiner Katze berührt, sondern wirklich die Haut. Es darf aber kein Öl ins Ohr hinein laufen! Sollte dir das passieren oder möchtest du die ätherische Öle-Mischung abwaschen, verwende kein Wasser. Wasser würde das Öl nur weiter verlängern und verteilen. Benutze stattdessen ein Pflanzenöl und wische es mit einem Tuch auf. Die topische Anwendung hat eine positive Wirkung auf Emotionen, den Geist, die Psyche UND vor allem auf den Körper und kann die Gesundung ankurbeln.

 

Ist unsere Katze verletzt oder hat Beschwerden an einer bestimmten Stelle am Körper, so geben wir einen Tropfen unserer Mischung auf die Stelle auf die Haut und tupfen oder reiben ihn leicht ein. Punktuell auf den Schmerzpunkt aufgetragen können wir eine schnelle Schmerzlinderung erreichen und unterstützen die Katze im Heilungs- und Regenerationsprozess. Eine Katze braucht ca. 38 Stunden, um ätherisches Öl in ihrem Körper abzubauen. Vergleichsweise braucht ein Hund unter 9 Stunden, ein Pony nur 1 Stunde und ein Mensch 8 - 9 Stunden.
Über die Luft  - aromatisch – emotionale, mentale und psychische Einwirkung. Über die Haut – topisch - emotionale, psychische und vor allen Dingen körperliche Einwirkung.

Dosierung

Es kommt immer darauf an, welches ätherische Öl oder welche Mischung aus verschiedenen ätherischen Ölen man bei der Katze zur Anwendung bringen möchte, wie sensibel ein Tier ist, welche pathologische Vorgeschichte das Tier hat, wie alt es ist und wie schnell und ausgeprägt es auf Gerüche reagiert.
Grundsätzlich kann man sagen: 2 – 5 Tropfen ätherisches Öl (insgesamt! Nicht von jedem Öl!)  auf 10 ml/1 Esslöffel Trägeröl passt. Allerdings reichen bei manchen Ölen auch schon 1 – 2 Tropfen. Es kommt immer auf das Öl selbst an; ob es aus einer Blüte, einem Holz, einer Wurzel, Samen, Schalen usw. gewonnen wurde.

Versuche, dich trotz Angaben intuitiv einzulassen, wenn du dann Grundkenntnisse über die einzelnen ätherischen Öle hast. Beedenke jedoch: Weniger ist immer mehr! Sei es bei der Dosierung oder auch bei der Häufigkeit des Auftragens. Lieber mehrfach täglich nur 1 Tropfen der Öle-Mischung auf die Pfoten/Ohren auftragen (schau, dass die Mischung die Haut berührt), als einmal die halbe Flasche auf die Katze zu schütten. ;-) Falls du Bedenken hast, dass deine Mieze sich die Pfötchen ableckt: Verwende ausschließlich therapeutische, ätherische Öle (ich weiß, ich wiederhole mich, aber du erkennst die Wichtigkeit) und verwende für Katzen unbedenkliche Öle in ausreichender Verdünnung. Auch bei der Bedampfung: keine 24Stunden-Runduminhalation. 30 min bis 4 Stunden am Stück reichen und die Katze muss immer die Chance haben, den Raum zu verlassen.

Auswahl der ätherischen Öle

Welches Öl wir verwenden kommt darauf an, ob wir es für das emotionale, mentale, psychische oder körperliche Wohlbefinden der Katze einsetzen wollen. Es gibt eine unglaublich große Anzahl ätherischer Öle. Im ersten Teil der Serie hast du Lavendel kennen gelernt. Ich möchte dir kurz und knapp ein weiteres Öl für deine ätherische Hausapotheke umreißen, das sehr vielseitig einsetzbar und unbedenklich für Katzen ist, wenn man sie richtig einsetzt:

Weihrauch

Lavendel und Weihrauch für Katzen

 

Emotional: beruhigend, erdend, befreiend

 

Mental: konzentrationsfördernd, entspannungsfördernd, fokussierend, fördert Aufmerksamkeit

 

Psychisch: öffnet die Pforten zur feinstofflichen Welt

 

Körperlich: entzündungshemmend, antitumorös (!), kurbelt den Stoffwechsel an, kann die Blut-Hirn-Schranke überwinden.

Auch hier ist weniger mehr. Es braucht nicht 1000 Öle für die Grundausstattung und im Alltagsgebrauch. Es ist grundsätzlich, aber vor allem bei spezifischen Anliegen von Vorteil, einen erfahrenen Aromacoach wie mich mit ins Boot zu holen oder sich gar von ihm eine passende Mischung für die jeweilige Situation der Katze herstellen zu lassen, als selber rumzudoktern. Denn einige Öle haben spezielle Wirkungen. Sie sind z. B. blutdrucksenkend oder aufputschend/anregend oder dürfen in der Trächtigkeit oder bei bestimmten Beschwerden nicht angewandt werden.

 

Fazit: Je mehr du dich auf die Thematik der Seele der Pflanze einlässt, desto mehr bekommst du ein Gespür für das, was deine Mieze braucht. Viel Freude und ich danke dir für deine Zeit und dein Interesse.


Von Herzen, deine Tanja Hansen

 

 

Gastautorin

Tanja Hansen betreibt seit 2007 hauptberuflich und mit Herz und Seele die mobile Katzenbetreuung „Catsitting Saarland“ und ist ausgebildeter Aromacoach für Mensch und Tier, sowie holistische Tierpsychologin und Trauerbegleiterin für Haustierbesitzer. Sie lebt zusammen mit ihrer Tierfamilie in Lebach.


www.mydoterra.com/tanjahansen

 

www.catsaar.de/aromacoaching.htm

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