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Die Seele der Pflanze (I)

Grundprinzipien der Anwendung von ätherischen Ölen bei Katzen

von Tanja Hansen

Ätherische Öle sind eine wunderbare Bereicherung in unserem Alltag und ich kann und möchte sie mir nicht mehr wegdenken. Sie können uns in allen Lebensbereichen emotional, mental, psychisch und körperlich unterstützen.

 

Doch geht das auch bei Katzen? Wenn ja, wie? Was dürfen wir beachten? Ist das nicht giftig? Und wie ist das jetzt wirklich mit dem Teebaum-Öl?

 

 

Eines vorweg: Es ist nicht so schwer, wie du denkst, ätherische Öle bei der Katze anzuwenden, aber auch nicht so unbedenklich, wie du vielleicht meinst. Deswegen schauen wir uns zuerst an, was beachtet werden muss, bevor du dein Tier mit ätherischen Ölen unterstützen kannst.

Die Qualität der ätherischen Öle

Es ist essenziell notwendig, die ätherischen Öle in 100%  naturreiner, biologischer, reiner, ~therapeutischer~CPTG-Qualität (CPTG – certified pure therapeuticgrade = zertifizierte pure therapeutische Klasse) zu besorgen. Nur ca. 2 % aller weltweit angebotenen ätherischen Öle besitzen diese Qualität.

 

Diese sind in der Anschaffung hochpreisig. Jedoch sind alle anderen NICHT zum Einsatz an, um oder gar in uns und unseren Tieren zu gebrauchen. Deswegen sei es dir wert, lass dein Tier es dir wert sein, wenn du mit ätherischen Ölen arbeiten möchtest, ausschließlich die therapeutischen Öle zu verwenden.

 

Kurz angerissen warum: Nur diese entfalten bestmögliche, auf die Gesundheit einwirkende Ergebnisse und sind in richtigem Gebrauch und Umgang ungiftig. Frei käufliche ätherische Öle (auch die aus der Apotheke) sind entweder mit anderen ätherischen, niedrigpreisigen = minderqualitativen Ölen, Eiweißen, Pflanzenauszügen oder Alkohol (geht gar nicht für die Katze!) gestreckt oder vermischt und somit in der Wirkweise verfälscht oder sogar gefährlich.

 

Viele Duftöle (und es sind eben nur Duftöle, die sonst nichts können) sind gar synthetisch hergestellt. Letztere sind hochgradig gefährlich und niemals als Therapeutikum zu verwenden. Bestenfalls riechen sie gut, auch wenn sie zeitnahe Kopfschmerzen bereiten. Das darf dir sofort zu denken geben. Denn das passiert mit therapeutischen, ätherischen Ölen nur, wenn du sie sehr stark überkonsumierst.

 

Therapeutische, ätherische Öle sind sehr hochdosiert: 1 Tropfen Pfefferminzöl enthält die Wirkkraft von 28 Tassen Pfefferminztee! Schlimmstenfalls wirken die synthetischen Öle toxisch und erwirken das Gegenteil von dem, was wir erreichen möchten, nämlich die Schädigung der Tiergesundheit, eine Vergiftung und somit einen Tierarztbesuch. Synthetische, gestreckte, verlängerte Öle sind minderwertig in der Qualität und nie und zu keinem Zweck zu verwenden – weder an Mensch, noch am Tier. Alles, was nur ein paar Euros kostet – Finger weg!

 

An dieser Stelle lade ich dich ein, mir und meinem Wissen und meinen Erfahrungen zu vertrauen und dir meine Eindringlichkeit bezüglich der besten Qualität zu Herzen zu nehmen. 

Anwendungsgebiete

Wir können nicht nur uns selbst, sondern auch unsere Katzen emotional, mental, psychisch und auch körperlich mit ätherischen Ölen unterstützen. Dies können wir äußerlich und via Inhalation tun. Für Details schau gerne in Teil 2 dieser Serie „Die Seele der Pflanze II – Anwendung von ätherischen Ölen bei Katzen“.

Auswahl der ätherischen Öle

Welches Öl wir verwenden kommt darauf an, ob wir es für das emotionale, mentale, psychische oder körperliche Wohlbefinden der Katze einsetzen wollen. Es gibt eine unglaublich große Anzahl ätherischer Öle und auch Mischungen für bestimmte Anliegen. Mein persönlicher Geheimtipp und meine persönliche Allzweckwaffe ist Lavendel. Damit kannst du bei deiner Mieze nix falsch machen; außer, du gibst es ihr literweise zu trinken. Das war Sarkasmus. Nicht machen! Nur mal so zur Sicherheit erwähnt.

Lavendel

Emotional: ausgleichend, beruhigend, angstlösend, besänftigend

 

Mental: ausgleichend, entspannend, konzentrationsfördernd

 

Psychisch: stressmindernd, ausbalancierend, beruhigend

 

Körperlich: wundheilend, infektionshemmend, schmerzlindernd, desinfizierend, pilzwidrig, antibakteriell


Irgendwie kann´s alles. Wenn du dir nicht sicher bist, welches Öl du für deine Katze nun in einer bestimmten Situation benutzen sollst: Es ist immer Lavendel. ;-)


Mit Lavendel als Allround-Talent bist du schon mal sehr gut ausgestattet, um deine Mieze auf allen Ebenen unterstützen zu können – und dich selbst natürlich auch. Bitte lass als vollkommener Laie Zitrusöle zur äußeren Anwendung weg.


Es ist grundsätzlich, aber vor allem bei spezifischen Anliegen von Vorteil, einen erfahrenen Aromacoach wie mich mit ins Boot zu holen oder sich gar von ihm eine passende Mischung für die jeweilige Situation der Katze herstellen zu lassen, als selber mit Halbwissen rumzudoktern. Denn einige Öle haben spezielle Wirkungen. Sie sind z. B. blutdrucksenkend oder aufputschend, anregend oder dürfen in der Trächtigkeit oder bei bestimmten Beschwerden nicht angewandt werden.

Das Märchen vom Teebaumöl

Kurz und knackig: Therapeutisches (!!!) ätherisches Teebaum-Öl kann unbedenklich an der Katze angewandt werden, wenn es sehr stark mit einem pflanzlichen Trägeröl verdünnt wird. 1 Tropfen ätherisches Öl auf 10 ml Trägeröl genügt völlig.

 

Aber woher kommt die angsteinflößende Story um´s vermeintlich giftige Teebaum-Öl bei Katzen?

 

1998 wurde ein Experiment an drei nackt-rasierten Katzen getätigt. Jede bekam 20 (!!) ml unverdünntes Teebaum-Öl auf die Haut aufgetragen, um herauszufinden, ob diese Anwendung gegen Flohbisse half. Es fand zu diesem Zeitpunkt kein Flohbefall statt. Später an diesem Tag war eine Katze untertemperiert, verhielt sich unkoordiniert und war nicht in der Lage zu stehen. Die zweite wurde komatös, war dehydriert mit schwerer Untertemperatur. Die dritte zitterte und war wackelig auf den Beinen. Zwei der Katzen überlebten nach intensiver, medizinischer Behandlung und eine starb an akuter Lebervergiftung. (Quelle: Robert Tisserand, Autor von Aromatherapie-Büchern und Speaker über Aromatherapie.)

Bei dieser Dosis Teebaum-Öl (4 ml auf 1 kg Körpergewicht) auf einem vergleichsweise kleinen Katzenkörper wundern wir uns da noch, dass die Leber dies nicht verstoffwechseln konnte, auch wenn die passenden Enzyme dafür da gewesen wären? Rechnen wir das auf einem Menschen mit 60 kg Körpergewicht hoch, hätten wir 240 ml reines, ätherisches Öl verabreicht bekommen. Ich glaube, da würde auch unser Stoffwechsel den Dienst quittieren...

 

Und dieses eine Experiment ist dafür zuständig, dass sich „Katzen + Teebaum = no go“ so hartnäckig hält. Ich hoffe, ich konnte nun für Aufklärung sorgen.

 

Ich zitiere die Tierärztin Melissa Sheldon: „Cats would be dropping over dead all over the world, if essential oils were truly as toxic as those reports imply.“- „Katzen würden überall auf der Welt tot umfallen, wären ätherische Öle wirklich so giftig, wie uns diese Berichte erzählen.“

 

Fazit: Mit einem fundierten Grundwissen kannst du deine Katze gut mit ätherischen Ölen unterstützen. Viel Freude dabei und ich danke dir für deine Zeit und dein Interesse.


Von Herzen, deine Tanja Hansen

Dieser Artikel ersetzt weder einen Tierarzt, noch einen Tierheilpraktiker. Ich bin ausgebildeter Aromacoach für Mensch und Haustier und verfasse diesen Artikel nach bestem Wissen und Gewissen und meinem derzeitigem Wissensstand (Januar 2019). Um Kontraindikationen mit Medikamenten oder Nahrungsergänzungen auszuschließen, besprich die Behandlung mit den einzusetzenden ätherischen Öle bitte mit deinem Tierarzt. Dieser Artikel dient dazu, dir zu zeigen, dass und wie du auf natürlichem Wege deine Katze in ihrem Wohlbefinden unterstützen kannst und er beruht auf einer kompetenten Mischung aus fundierter, fachkundiger Ausbildung, sowie eigenen Erfahrungswerten der Autorin.

Gastautorin Tanja Hansen

 

 

 

 

Tanja Hansen betreibt seit 2007 hauptberuflich und mit Herz und Seele die mobile Katzenbetreuung „Catsitting Saarland“ und ist ausgebildeter Aromacoach für Mensch und Tier, sowie holistische Tierpsychologin und Trauerbegleiterin für Haustierbesitzer. Sie lebt zusammen mit ihrer Tierfamilie in Lebach.


www.mydoterra.com/tanjahansen

 

www.catsaar.de/aromacoaching.htm

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Kommentare: 1
  • #1

    Doterra Ölefreund (Sonntag, 10 Februar 2019 10:25)

    Ich Behandle meine Katze seit einigen Jahren mit verdünnten Aromaölen von Doterra. KEINE negativen Reaktionen ausser das sie das Feuchte am Fell nicht so mag, aber das ist nur logisch. Ich bin von Floh und Zeckenband auf Öle aus mehreren Gründen umgestiegen. Positive Erfahrungen von Ölen: 100% Wirksam gegen Zecken und Flöhe. Ich sprühe sie alle 14 Tage ein. Ihre Vitalität hat zugenommen. Das Fell ist sehr weich, ein wichtiger Indikator ob es ihr gut geht. Euer Doterra Oelefreund