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Wie beschäftige ich meine Wohnungskatzen?

oder "Das schlechte Gewissen berufstätiger Katzenmenschen"

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Du hast einen verantwortungsvollen Job, für den du ungefähr acht Stunden täglich (die Wochenenden einmal ausgenommen) das Haus verlässt, Freunde, mit denen du am Wochenende gerne etwas unternimmst (oder unternehmen würdest), Hobbys, denen du auch unter der Woche abends gerne nachgehst (oder gehen würdest), einen Partner oder eine Partnerin, mit dem/der du gerne verreist (oder verreisen möchtest) und dann sind da noch deine beiden Wohnungskatzen, die du heiß und innig liebst. Und weil das so ist, hast du ein unsagbar schlechtes Gewissen ihnen gegenüber, denn du merkst, dass du ihren kätzischen Bedürfnissen nicht gerecht wirst.

Wenn du dich aber nur auf deine felinen Mitbewohner konzentrierst, was wird dann mit deinen Hobbys, Freunden und Reisen? Kommen die dann nicht zu kurz?

Wie schaffst du es, allen und allem gerecht zu werden?

 

Die unbequeme Antwort lautet: gar nicht. Es geht nicht ohne Kompromisse. Du hast die Verantwortung für das Wohlergehen einer (zwei, drei,...) Katze(n) übernommen und musst dein Leben dementsprechend  umgestalten.

Du gewinnst aber im besten Fall pelzige Hausgenossen, die dein Leben bereichern werden. Und mit dem richtigen Know-How schaffst du es natürlich auch, deinen Hobbys nachzugehen und ein soziales Leben außerhalb deiner Berufs- und Katzenwelt zu führen.

So bringst du Struktur in deinen (Katzen-) Alltag

Wenn du frühmorgens das Haus verlässt und abends erst wieder nach Hause kommst, haben deine Katzen sehr viel Zeit zu schlafen - die Wohnung kennen sie bereits in- und auswendig, weshalb sie wenig Interesse haben dürften, diese Tag für Tag neu zu erkunden.

Sicher, du kannst den Fernseher laufen lassen und hoffen, dass deinen Miezen das Programm gefällt . Aber da gibt es sicher noch bessere Ideen...

Stattdessen solltest du den Tag für deine Katzen einigermaßen strukturieren und für Highlights sorgen, die dem Alltag etwas Würze verleihen.

So könntest du dir ein tägliches Morgenritual für deine Fellnasen überlegen, auf das sie sich freuen können, z.B. eine Schmuserunde im Bett, ein 5-minütiges Spiel mit der Federangel, eine Wurfrunde mit Trockenfutter, eine Bürsteneinheit oder etwas anderes, von dem du weißt, dass deine Katzen es lieben (vor dem Schlafengehen bietet sich natürlich auch ein schönes Ritual an).

Bevor du dann für mehrere Stunden das Haus verlässt, befüllst du ein oder mehrere Fummelbretter *(je nach Anzahl der Katzen) mit ansprechender Katzennahrung, sodass deine Katzen beschäftigt sind. Oft futtern sie nämlich nicht alle Kroketten auf einmal, sondern verteilen die Fummelaktion auf  mehrere Etappen.

Diese "Funboards" kannst du aber auch selber für deine Stubentiger basteln; Anregungen bekommst du hier:

Klick mich!

 

Es hilft nichts - auch wenn du nach der Arbeit todmüde nach Hause kommst, solltest du deinem "Ich-hau-mich-erst-mal-auf-die-Couch"-Impuls nicht nachgeben.

Denn deine Katzen sind nun hellwach und wollen..ja, du ahnst es schon...SPIELEN!!!

 

Mit Katzen spielen

Die gute Nachricht zuerst: Es reichen kleine Spieleinheiten von 15-25 Minuten Länge; zwei sollten es aber mindestens sein.

Diese legst du  am besten so,  wie es in deinen individuellen Zeit- und Wohlfühlrahmen passt - deinen Katzen solltest du aber auch ein Mitspracherecht zugestehen.

Halte dich nicht zu sklavisch an bestimmte Uhrzeiten, sonst stehen deine Katzen um die betreffende Uhrzeit, pünktlich auf die Sekunde, mit vorwufsvollem Blick und anklagendem Miauen vor dir und fordern ihr Spiel ein - und zwar JETZT!

Die "schlechte" Nachricht: Du musst aktiv werden und die Spielangel* oder den Federstab schwingen, die Fellmaus werfen oder die Schnur unter einem Teppich entlang ziehen.

Spielzeug, das bewegungslos herumliegt, reizt Katzen auf Dauer wenig - hat es doch rein gar nichts mehr mit der klassischen Beute "Maus" zu tun, die wegrennt und nicht bewegungslos hocken bleibt.

Da reizt es deine Miez schon mehr, wenn du die kleinen Beuteobjekte um Ecken herum, über ein Hindernis oder in den Rascheltunnel *wirfst...

Die guten Nachrichten: Mal ehrlich - zu erleben, wie sich deine Samtpfote plötzlich in ein kleines Raubtier verwandelt und sich voller Lebenslust auf das Jagdobjekt stürzt, setzt auch bei dir Glückshormone frei, oder nicht!?

Und die Kuschelrunde danach auf der Couch könnt ihr beide (oder drei, vier) umso entspannter und ausgeglichener genießen.


Über die Autorin:

Mein Name ist Katja Henopp und ich bin Katzenpsychologin, Tierheilpraktikerin und Kursleiterin.

Ich helfe dir dabei, deine Katzen besser zu verstehen und individuelle Lösungen für die (Verhaltens-)probleme deiner Katze zu finden.


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