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Motiv, eine neue Katze aufzunehmen: Trauer

Der Tag des Abschiednehmens und Loslassens ist vorüber, doch die Leere bleibt lange Zeit ein treuer, schwer zu ertragender Begleiter.

 

Liegt es da nicht nahe, so schnell wie möglich nach einem felinen ""Ersatz" für sein geliebtes, verstorbenses Tier zu suchen - schließlich trauert doch die Katze, die nun keinen Kumpel mehr hat und nun als Einzelkatze ihr Dasein fristen muss!?

Doch halt - woher weiß ich denn eigentlich, ob die übrig gebliebene Katze tatsächlich den Verlust ihres treuen Begleiters betrauert?

Oder sind es nicht eher meine eigenen schmerzlichen Gefühle, die ich so schnell wie möglich betäuben möchte, die mich zu Spontanaktionen und damit zu einer schnellen, unüberlegten Aufnahme einer Zweitkatze verführen!?

Anzeichen von Trauer bei Katzen

Zwei Katzen, die die Nähe des anderen suchen, häufig zusammen kuscheln und sich gegenseitig putzen, haben so etwas wie eine intime Freundschaft entwickelt - ein kosbares Gut, das selten bei unseren Miniaturtigern vorkommt.

Stirbt dann die vertraute Partnerkatze, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Zurückgebliebene trauert: Sie verweigert vlt. für kurze Zeit das Fressen, miaut kläglich, sucht noch mehr die Nähe ihres Menschen oder zieht sich gar zurück und verliert jegliche Lebensfreude.

Ja, zu solchen Trauergefühlen sind unsere Katzen sehr wohl fähig und dieser Zustand ist als empathischer Katzenelternteil nur schwer mitanzusehen und auszuhalten.

Da liegt  es natürlich nahe, schnell für einen Ersatz zu sorgen, erst recht, wenn du selbst stark unter dem Verlust des kätzischen Familienmitglieds leidest.

 

 

Doch Vorsicht! Wenn du dir  zu schnell einen neuen Stubentiger ins Haus nimmst, um dich und/oder deine Fellnase zu trösten, musst du damit rechnen, dass deine Katze den Neuzugang ablehnt und sich eben keine Freundschaft entwickelt, sondern womöglich eine Feindschaft anbahnt.

Und ist dies nicht auch verständlich!? Wie würdest du dich fühlen, setzte man dir nach dem schmerzlichen Verlust deines Lebenspartners direkt einen neuen Menschen vor die Nase, der anders aussieht, anders riecht, sich anders verhält und eine komplett andere Persönlichkeit besitzt als der Verstorbene? Gar nicht gut, oder!?

Und komm bitte  nicht auf die Idee, eine ältere Katze mit einem tobenden, nervenden  "Frischling" zu beglücken - hier ist die Enttäuschung auf beiden Seiten vorprogrammiert!

 

 

Mein 1. Tipp:

 

Lasse deine Katze nach dem Tod des Sozialpartners genügend Zeit (einige Wochen

 

oder gar Monate), ihre Trauer angemessen zu bewältigen und wage erst dann eine

 

Vergesellschaftung mit einer passend gewählten Zweitkatze. Bei einer älteren Katze könnte

 

die Aufnahme eines Katzenpärchens, wenn überhaupt, von Vorteil sein.

 

 

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Endlich alleine!

 

Manchmal kann man aber auch nach dem Tod des Sozialpartners etwas ganz anderes

 

feststellen:

 

Der Stubentiger blüht plötzlich auf, besetzt die Lieblingsplätze des verstorbenen Tieres, ist

 

aktiver, möchte häufiger spielen und zeigt insgesamt mehr Lebensfreude.

 

Dann weißt du ja, wie es um die Qualität der Beziehung der beiden bestellt war, nämlich

 

nicht so positiv wie vlt. vermutet. Meist handelt es sich bei diesen Katzen um introvertierte,

 

eher unsichere Individuen, die mit einem selbstbewussten, extrovertierten Sozialpartner

 

zusammen lebten und ihre Persönlichkeit nicht in vollem Umfang ausleben konnten.

 

Und das können sie jetzt endlich! Von Trauer also keine Spur.

 

 

Mein 2. Tipp lautet daher:

 

 

 

Gewinnt deine Samtpfote nach dem Tod ihres Sozialpartners deutlich an Lebensqualität,

 

solltest du die Anschaffung einer Zweitkatze gründlich überdenken und sie gegebenfalls

 

auch verwerfen. 

 

Entscheidest du dich für ein weiteres Tier, sollte dies sehr sozial, ruhig und

 

unaufdringlich sein.

 

Eigene Trauerbewältigung

Sei ehrlich zu dir zum Wohle deiner verbliebenen Katze(n) und überstürze bitte nichts.

Stelle dir die Frage, ob du im Sinne deiner Samtpfote handelst oder ausschließlich in deinem eigenen, um den Schmerz des Verlustes nicht mehr so stark spüren zu müssen, was menschlich und auch sehr verständlich ist.

Auch ich hatte unlängst mit ähnlichen Gefühlen zu kämpfen, als meine geliebte Flo starb und es alles andere als leicht für mich war, diese Leere nicht sofort mit einem lebensfrohen Wesen auszufüllen.

Doch ich widerstand, da mein 15jähriger Kater Sisko keinerlei Anzeichen von Trauer zeigte (Irritation schon), munter und fidel wirkt und sowieso ein Kater ist, der keine große Nähe zu anderen Artgenossen eingehen möchte.

Wir beide haben uns daran gewöhnt, nun zu zweit zu sein und unsere Beziehung ist noch enger geworden. Hat dies nicht auch einen besonderen Wert!?


Du träumst von einer Langzeitunterstützung in Sachen Katzen, weil du nicht immer weißt, was gut für deine Katzen (und dich) ist?

Es gibt noch so viele Verhaltensweisen deiner kätzischen Familienmitglieder, die du nicht richtig einordnen und interpretieren kannst. Wie schön wäre es, wenn du immer jemanden fragen könntest, der dir genau erklärt, wie deine Katzen ticken und was ihnen gut tut!?!

Ach ja, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen, die wertschätzend und freundlich miteinander umgehen, wäre auch ein echter Gewinn. Dies alles und noch viel mehr bietet dir mein virtueller, einzigartiger Leben mit Katze InsiderClub, ein Mitgliederbereich für Katzenmenschen, die mehr wollen.

 

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Kommentare: 9
  • #1

    Silke (Mittwoch, 19 September 2018 10:02)

    Sehr schön und treffend geschrieben. Grad wenn man mit einen Stubentiger zusammen lebt wie er im 2 Teil beschrieben hat und man aber wegen Einzelkatzenhaltung doch ein schlechtes Gewissen hat.

  • #2

    Christiane (Samstag, 06 Juli 2019 19:13)

    Hallo, wir haben vor 14 Tagen unseren Kater gehen lassen müssen. Unsere Zweitkatze ist seitdem ständig auf der Suche nach ihrem Partner. Miaut den ganzen Tag und verhält sich seit dem sie alleine ist auffallend anders als sonst. Nachdem ich ihren Artikel gelesen habe bin ich beruhigter und bin mir sicher daß sie trauert. Auch den Gedanken an eine neue Katze habe ich schnell wieder verworfen! Danke ihnen für den aufschlussreichen Artikel der all unsere sorgen zerschlagen hat... weiterhin alles gute für sie...LG Christiane

  • #3

    Timon (Sonntag, 03 November 2019 22:09)

    Hallo, vor 4 Tagen ist unser Kater gestorben, da er überfahren wurde. Er und seine Schwester lebten erst seit ca. 4 Monaten bei uns und waren beide erst ½ Jahr alt. Nun mussten wir ihn beerdigen und seine Schwester ist ständig auf der Suche nach ihm. Vor allem aufgrund des niedrigen Alters der verbliebenen Katze sind wir am überlegen ob wir uns in ein paar Monaten eine neue Katze oder einen neuen Kater anschaffen sollen.

  • #4

    Andrea (Sonntag, 01 Dezember 2019 09:27)

    Hallo, meine Mausi musste am 27.11.19 nach 20 Monaten Krankheit gehen. Sie hatte schlusendlich einen Tumor, der Anfangs nicht sichtbar war und sich dann zum Schluss schnell entwickelte. Meine andere Katze hat es alles mitbekommen....schätzungsweise auch die Einschläferung zu Hause. Sie war zwar nicht im gleichen Raum......aber ich denke, sie hat es gespürt. Später habe ich sie noch Abschied nehmen lasse......was sie mit einem Fauchen quittierte. Nun ist sie doch Wesensverändert und ich denke, auch wenn sie kein Herz und eine Seele ware, sie trauert und vermisst sie. Mein Tabbel ist schon über 16 Jahre alt und ich weiss nicht, ob ich ihr einen neuen Katzenkumpel zumuten kann. Ich möchte schon sehr gerne in absehbarer Zeit wieder eine zweite Katze haben. Es ist schwierig.............ih vermisse die kleine Mausi nämlich auch sehr stark. Sie war meine kleine Erzählmaus und Quasselstrippe. Sie fehlt. :-(

  • #5

    Elfi, März 2020 (Sonntag, 08 März 2020 16:55)

    Hallo,heute ist mein Petzi über die Regenbogenbrücke gegangen. Ich bin so unendlich traurig.
    Seine Schwester Nicky,die zwei haben gern gekuschelt, aber auch Kämpfe ausgetragen, scheint ihn nicht zu vermissen, sie ist eher von meinen Weinkrämpfen irritiert! Ich möchte ihn nicht ersetzen, das wäre auch unmöglich!� In der Trauer tut es gut,Texte von Gleichgesinnten zu lesen. Alles Gute.

  • #6

    Anusorn (Dienstag, 10 März 2020 18:36)

    Auch meine Shita ist am Sonntag am 8 März verstorben wollte beim meinen Vermieter der unter mir wohnt durch den Kippfenster reinspringen ... Wahr für mich eine sehr schockierende Erfahrung meinen geliebten Kätzchen Leblos vorzufinden. Auch Shita hinterlässt eine Schwesterchen die nach ihr sucht sie scheint ihr sehr zu fehlen . Dir Elfi meinen Beileid für Petzi

  • #7

    Berni (Freitag, 13 März 2020 10:49)

    Hallo, meine geliebte Pamuk ist auch vergangenen Sonntag, 08.03.2020 verstorben.
    Als ich zwei Tage zuvor nach Hause kam, bemerkten wir dass sie sher schnell atmete. Wir zögerten auch nicht lange und beschlossen uns sie in eine Klinik zu fahren. Auf dem Weg zur Klinik fing die dann allerdings auch noch zu hecheln an. Ich machte mir sehr große Sorgen um unsere Kleine. In der Klinik sagte man uns dann nachdem geröngt wurde, dass sie Wasser in der Lunge hat und dadurch sehr schwer Luft bekommt. Dies sei auf einen Herzfehler zurückzuführen. Sie musste in der Klinik bleiben. Leider haben die Medikamte nicht angeschlagen, sodass sich immer mehr Wasser in der Lunge und im Brustkorb ansammlte. Sonntag 08.03.2020 um 05:11 Uhr kam dann ein Anruf aus der Klinik, bei dem die Ärztin mir mitteilte dass sich der Zustand von Pamuk akut und drastisch verschlechtert hat. Im Hintergrund konnte ich meinen kleinen Engel schmerzvoll "schreien" hören. Sie hätte nur noch 10-15 Minuten überlebt und wäre anschließend erstickt. Die Ärtzin rat uns dann sie einschläfern zu lassen, da sie mittlerweile auch angefangen hatte blut zu spucken. Letzen Endes haben wir Sie dann gehen lassen indem wir sie von ihrem Leid erlöst haben. Es war der schlimmste und schmerzhafteste Moment in meinem ganzen Leben. Unser kleiner Engel hat seeeehhhrr viele trändene Augen, trauende & zerbrochene Herzen hinterlassen. Zudem auch eine Schwester. Seitdem miaut die Schwester jeden Tag lautstark und rennt von einem Zimmer ins nächste. Sie sucht Pamuk, legt sich in ihre Plätze und weckt uns teilweise Nachts und fängt an zu miauen. So als ob sie uns was erzählen wollen würde.. Sie scheint nicht nur uns extrem zu fehlen sondern auch ihre Schwester. Ich wünsche allen hier mein herzliches Beleid.

  • #8

    winterengel (Sonntag, 22 März 2020 07:52)

    Auch für mich und uns stellt sich diese Frage: Neue Katzengesellschaft ja oder nein.
    Die beiden Schwestern Daisy und Lacey waren von Geburt an ein Team. Im Juni wäre der 12. Geburtstag, aber wir mussten Daisy leider schon gehen lassen, da sich bei Ihr eine unklassifizierte Kardiomyopathie entwickelt hatte, die bereits so fortgeschritten war, dass die vielen Tabletten, die sie
    anfangs (ich bin sicher uns zuliebe) nahm, nach 4 Wochen verweigert wurden. Folge: Wasser in der Lunge, Atemnot - wie bei Andrea beschrieben keine Besserung durch Behandlung in der Tierklinik, und es habt keine Optionen mehr ausser nur noch die eine... (04.03.2020)
    DAisy fehlt sehr, sie war die häuslichere Katze, eine kluge, anteilnehmende, sich mitteilende und mitfühlende Seele. Ihre Schwester hat die Veränderung, das Fehlen bermerkt, es hat sie irritiert, sie hat geschaut, gesucht... Mein erster Impuls war: schnellstens eine neue Kumpanin zu suchen. Inzwischen denke - und der Artikel hat mich bestärkt-, daß es der 'kleinen' Schwester gerechter würde, ihr erstmal Zeit und Raum zu lassen, und die Entscheidung, ob sie Gesellschaft braucht, zu verschieben. 'Draussen' hat es viele Katzen, mit dem Kater von gegenüber versteht sie sich oft ganz gut... vielleicht braucht sie erstmal meine weitere Katzengesellschaft (wir Menschen wohl schon eher...). viele Grüsse an alle

  • #9

    Sandra (Montag, 30 März 2020 23:28)

    Hallo. Danke für den guten Artikel. Zwei Aspekte fehlen mir noch: a) es macht für die Katzen auch einen Unterschied, ob der verstorbene über längere Zeit krank war oder akut verstarb (bspw. Unfall oder überfahren). Mein gesunder Kater hat gegenüber der kranken Kätzin in der letzten Phase sein Sozialverhalten verändert. Bin überzeugt, er hat gespürt, dass sie unheilbar krank war und uns verlassen musste... Nach ihrem Tod hat er sie gesucht, aber als eher extrovertierter, dominanter Kater nicht aussergewöhnlich heftig betrauert. Habe ihn etwas anhänglicher erlebt, hat aber normal gefressen und er wirkte fast etwas erleichtert (meine Übertragung auf ihn??). b) es macht einen Unterschied, ob es Wohnungskatzen oder Freigänger sind. Wer raus gehen kann, erlebt da viel Abwechslung, kann jagen oder trifft im Revier Artgenossen, mit allem, was dazu gehört. Ein Ersatzpartner muss u.U. gar nicht sein. Wohnungskatzen hingegen trauern tend. länger, da "alles" an den/die PartnerIn auf engerem Raum erinnert. Es gibt also nur eines: genau hinschauen, beobachten und bei einem Ersatz daran denken, dass es ja auch mit dem Neuankömmling etwas macht, wenn man ihm zu einem noch in Trauer stehendem Kollegen hinpflanzt :-) Alles Gute allen KatzenliebhaberInnen