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Nähe-Distanz-Bedürfnis von Katzen

 

Geschwister aus einem Wurf, die bereits als Welpen unzertrennlich waren, sind Mira und Timber, zwei Katzen der Rasse Britisch Kurzhaar.

Beide brauchen sehr viel Nähe zu ihrem kätzischen Sozialpartner und zeigen dies, indem sie sog. Kontaktliegen (wie auf dem Foto) betreiben und sich auch gegenseitig putzen (Allogrooming).

Katzen Auf den Arm nehmen?

Jetzt reicht's! Siskos Nähebedürfnis ist Schwankungen unterworfen - abhängig von Stimmung, Tageszeit, Räumlichkeit, Zufriedenheit, Sicherheitsgefühl und weiteren Komponenten.

Oft genießt er es, eine Zeit lang auf den Arm genommen zu werden (von dort hat man einen tollen Überblick!); wird es ihm zu viel, stemmt er sich ein wenig mit den Beinen ab. Dieses Signal veranlasst mich dazu, ihn sofort abzusetzen - so respektiere ich sein Bedürfnis nach Distanz.


Unterschiedliche Katzenpersönlichkeiten

Diese beiden passen nicht zusammen: Zwei Kater, der eine forsch und selbstbewusst, der andere durchaus sozial, aber zurückhaltend mit ausgeprägtem Distanzbedürfnis.

 

Der schwarze Baghira - mit zwei Jahren im besten Flegelalter - gesellt sich zu dem 2 Jahre älteren Sisko, der zunächst noch entspannt auf dem Steinboden liegt, dann aber (Foto) mit dem Kopf zurückweicht und im nächsten Moment aufsteht und sich zurückzieht.

 

Was man auf den Fotos nur schlecht erkennen kann, ist das ausgedünnte Fell auf Siskos rechter Flanke - durch das ständige Putzen, das der Beruhigung dienen soll, verlor er immer mehr Haare.

Diese "Antipathie" zwischen den beiden sowie den sehr verschiedenen Persönlichkeiten und Bedürfnissen der Kater führte auf Seiten Siskos zu einem Leben, in dem seine Bedürfnisse nicht mehr hinreichend befriedigt wurden und er mit Verhaltensauffälligkeiten reagierte. In diesem Fall half nur, ein neues Zuhause für Baghira zu suchen - und das bekam er auch!

Diese Katzen verstehen sich wieder

Nicht immer müssen Katzen getrennt werden, wenn sie nicht gleich optimal zusammenpassen oder sich plötzlich gar nicht mehr verstehen. Es gibt die Möglichkeit, sie zunächst räumlich voneinander zu trennen und dann mit Techniken aus der Verhaltenstherapie wieder zueinander zu führen. Hier ist Geduld, Kreativität und Einfühlungsvermögen gefragt - oft lohnt es sich aber, wie diese beiden wunderschönen Kater beweisen: Der eine zu stürmisch, der andere zu ängstlich und schon kam es zu Aggression und Rückzug. Nach konsequenter Umsetzung meiner Therapievorschläge und mit sehr viel Geduld und Liebe der Halter gelang es, aus den Feinden Freunde fürs Leben zu machen.


Gleich und gleich gesellt sich gern

Diese Beispiele zeigen,

  • dass jede Katze ein individuelles Bedürfnis nach Nähe/ Distanz sowohl zu ihrem Menschen als auch zu ihren kätzischen Hausgenosssen hat;
  • wie wichtig es ist, Katzen mit gleichem Nähe-Distanz-Bedürfnis zu vergesellschaften.
  • dass es mit den entsprechenden Methoden dennoch oft möglich ist, aus Feinden Freunde zu machen.

Katzen, deren Bedürfnis nach Distanz und Nähe nicht respektiert wird, können mit folgenden Verhaltensauffälligkeiten reagieren:

  1. übermäßiges Putzen
  2. Harnmarkieren
  3. Rückzug, vermehrtes Schlafen
  4. Angst-Aggression gegenüber Tier und Mensch
  5. wiederkehrende idiopathische Blasenentzündungen

Zeigt Ihre Katze eine oder mehrere dieser Verhaltensweisen oder überlegen Sie, Ihrer Katze einen Spielgefährten an die Seite zu stellen, benötigen Sie kompetente Hilfe und Unterstützung. 

Nur Mut! Gerne unterstütze ich Sie und Ihre Fellnasen mit einer ganz individuellen Beratung.

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Kommentare: 2
  • #1

    Kristin bittner (Samstag, 11 August 2018 08:41)

    Guten Tag und Hallo. Ich versuche nich kurz zu halten:-)
    Mein Freund, bei dem ich bereits 1,5 Jahre halb wohne, besitzt eine schmusige und manchmal fauchige mietzi und einen mittlerweile sehr unreinen kastrierten Kater. Mein Freund arbeitet auswärts, weshalb ein Kumpel und ich uns den täglichen Besuch zu den beiden Katzen teilen. Das mag für sie schon wahrscheinlich merkwürdig klingen, das finde ich auch, aber das kennen sie schon länger und bisher hat es fast immer gut geklappt. Seit ein paar Wochen uriniert und kotet der Kater vorzugsweise ins Flur und Bad, das Katzenklo kennt er schon kaum noch. Organische Ursachen sowie neue Dinge im Umfeld sind auszuschließen, sie haben sich bei neuem Waschmittel oder duftstoffen noch nie vorher geäußert.
    Allerdings haben wir letztes Jahr die Mietzi kastrieren lassen, da sie doch des öfteren aufs Sofa machte und Rollig wurde und wir was von Depressionen lasen, wenn ihre Lust nichz erfüllt wird usw... Hat uns der Tierarzt ebenfalls empfohlen. Sie ist seitdem kooperativer und schmusiger. Allerdings faucht sie den Kater des öfteren an und Ihrer Beschreibung nach, also was ich von Ihnen gelesen habe, ist die Mietzi eigentlich in der Opferrolle. Sie ist aber sauber, der Kater macht stattdessen Sorgen. Kann das Verhalten der Katze zu einer Unstimmigkeiten beim Kater führen ? Beide leben schon 4 jahre zusammeb aber ubsauberkeit gab es vorher nicht. Auch er ist schmusig und beide möchten von uns gestreichelt werden, nur untereinander scheint es nicht so zu klappen. Dass man nicht rund um die Ihr zu Hause ist, macht es eben auch nicht einfacher. Es sind keine Freigänger, wir haben kein neues Streu und kein neues Futter gekauft, ebenso gibt es keine neuen Möbel.
    In der Hoffnung, von Ihnen einen wundersamen Rat zu hören, danke ich Ihnen im Voraus für Ihre Arbeit und denke, alles wichtige zusammengefasst zu haben. MIT FREUNDLICHEN GRÜßEN

  • #2

    Katja Henopp - Leben mit Katze (Samstag, 11 August 2018 09:38)

    Liebe Frau Bittner,

    leider lassen sich die wenigsten Probleme mit einem "wundersamen" Rat lösen; das würde der Individualität und Komplexität von Katzen kaum gerecht werden.
    Gerne können Sie meine Dienstleistungen in Anspruch nehmen und mich kontaktieren; ich berate Sie gerne.

    Freundliche Grüße
    Katja Henopp