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Selbstbestimmtheit von Katzen

Katze im Kaktus

An einer Katze schätzen wir u.a. ihre Selbstständigkeit (oder Selbstbestimmtheit), ihre Autonomie – im Gegensatz zum Hund, der wesentlich mehr auf den Menschen fixiert und von ihm gänzlich abhängig ist, bestimmt eine Katze ganz gerne selbst, was sie tun oder wohin sie gehen möchte.

 

Mit anderen Worten: Unsere Fellnasen besitzen gerne Kontrolle über ihr eigenes Leben, ihr eigenes Handeln. Sie mussten sich gerade in den letzten Jahren bei zunehmende reiner Wohnungshaltung sehr schnell, meiner Meinung nach zu schnell, an ein Leben anpassen, welches ihnen Restriktionen auferlegen, die für Verhaltensauffälligkeiten und organische Krankheiten anfällig machen.

 

Weniger Stress durch mehr Kontrolle

Der bekannte Zoologe Udo Gansloßer formuliert es in seinem Werk: „Verhaltensbiologie der Hauskatze“ so: „Ein Tier, das den Eindruck hat, seine Umgebung noch kontrollieren, seine Situation selbst beeinflussen und damit den potentiellen Gefahren und anderen Schwierigkeiten entgehen zu können, ist in der Regel wenig anfällig für stressbedingte Erkrankungen.“

 

Und wer kennt sie nicht, die stressbedingte Krankheit Nummer 1 bei unseren Haustigern: die immer wiederkehrende Blasenentzündung (lies hier, woran du eine Katze, die unter chronischem Stress leidet, erkennst und erhalte Tipps, wie du damit umgehen kannst.)

   

Daher ist es wichtig, unseren kätzischen Mitbewohnern so viel Kontrolle zu geben wie nur möglich; d.h., ihnen die Möglichkeit zu geben zu wählen zwischen...

 

... mehreren Toiletten auf allen Stockwerken,

 

… mehreren Ruheplätzen in verschiedenen Höhen,

 

… mehreren Aussichtsplätzen auf verschiedenen Fensterbänken,

 

… vielen Kratzmöglichkeiten an attraktiven Plätzen,

 

… einigen Wasserschälchen an verschiedenen Orten,

 

… diversen Spiel- und Beschäftigungsmöglichkeiten,

 

 

Freigänger sollten, wenn möglich, selber bestimmen können, wann sie drinnen oder draußen sein möchten.

 

Und alle Katzen sollten mitbestimmen können, welchen Mitbewohner wir ihnen vor die Nase setzen. Dazu bedarf es einer wohl überlegten, systematischen Zusammenführung, die schnell deutlich macht, ob der neue Artgenosse auch wirklich ein Gewinn für die bestehende Katzengruppe ist.


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