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Eifersucht bei Katzen!?

 

Die meisten von uns Katzenhaltern kennen sie: die Katze, die den nächtlichen Schlafplatz in unserem Bett (oder unseren Schoß) vehement gegen einen kätzischen Mitstreiter verteidigt oder die Samtpfote, die plötzlich die Krallen ausfährt, wenn ein neuer (menschlicher!) Lebenspartner in unserem Leben auftaucht.

 

Katze eifersüchtig

 

 

 

Welche Emotionen, welche Motive stecken hinter diesem Verhalten? - Ist es die Angst, zu kurz zu kommen? Die Furcht, weniger geliebt zu werden? Und kann man dieses Gefühl als „Eifersucht“ bezeichnen oder ist sie uns Menschen vorbehalten?

 

Das sagt der Duden zum Thema "Eifersucht"

 

Schauen wir uns doch zunächst einmal an, wie der Duden „Eifersucht“ erklärt. Dort wird sie als „starke, übersteigerte Furcht, jemandes Liebe oder einen Vorteil mit einem anderen teilen zu müssen oder an einen anderen zu verlieren“ definiert.

 

Können Katzen eiferüchtig auf andere sein?

 

Da sind wir wieder bei dem Beispiel der Katze, die vehement ihren Platz bei Frauchen im Bett gegen einen Artgenossen verteidigt. Sie ist also rein emotional nicht gewillt, „einen Vorteil“ (Platz im Bett) „mit einem anderen“ (dem Artgenossen) zu „teilen“  oder „an [ihn] zu verlieren (sie verjagt den Konkurrenten).“ Soweit stimmt ihr Verhalten mit der oben zitierten Definition von „Eifersucht“ überein.

 

Und kann das Motiv der „starke[n], übersteigerte[n] Furcht“ auf unsere Katzen zutreffen? Ja, das ist unbestritten, da sind sich Katzenhalter und Wissenschaftler einig, denn Angst oder Furcht ist ein Gefühl, das unmittelbar aus der Situation, aus dem Jetzt, entsteht und kein Sich-Hineinfühlen in die Gedankenwelt eines anderen Lebewesens erfordert. Zu diesen unmittelbar erlebten Gefühlen gehören neben der Angst oder Furcht auch Neugier, Freude und Ärger.

 

Wenn der Stubentiger also den Eindruck hat, dass die Mitkatze mehr von etwas erhält als er selbst und dieses „Etwas“ für ihn von essenzieller Bedeutung ist (besonders leckeres Futter, die tolle Spielangel, die Schmuserunde mit dem geliebten Menschen,...), wird sie u. U. eifersüchtig reagieren.

 

Welche Katzen reagieren besonders stark?

Meiner bisherigen Erfahrung nach zeigen souveräne, selbstbewusste Katzen, die ausreichend Zuwendung erfahren, keine ernst zu nehmenden Eifersuchtsanzeichen.

Wenn wir von der Psychologie des Menschen ausgehen, können wir vermuten, dass auch bei Katzen nicht der andere verantwortlich ist für die Eifersuchtsattacke (er ist nur Auslöser), sondern zum einen die Beziehung zu dem geliebten Menschen und zum anderen die eigene Unsicherheit, mangelndes Selbstwertgefühl, fehlendes Vertrauen und/oder mangelnde Zuwendung und Aufmerksamkeit.

 

Wie kann ich meinen Katzen helfen?

Um Eskalationen aus Eifersucht zwischen den Rivalen zu vermeiden, solltest du darauf achten, dass...

 

...die Bedürfnisse aller Katzen, die in deinem Haushalt leben, berücksichtigt werden (v.a. das Spielen!).

 

...genügend Ressourcen (z.B. attraktive Aussichtsplätze, begehrte Spielobjekte) für alle Katzen vorhanden sind. Dabei spielt die katzenfreundliche Wohnungsgestaltung eine zentrale Rolle (🐾 "Cat Papers - Die ideale Wohnung aus Katzensicht").

 

...du jeder deiner Samtpfoten täglich „Qualitätszeit“ einräumst, in der du dich ausschließlich um sie und ihre Vorlieben kümmerst.

 

...du das Selbstbewusstsein deiner Vierbeiner steigerst, z.B. durch ein regelmäßiges 🐾 Clickertraining. Dazu erzähle ich dir mehr in meinem 🎙 Leben mit Katze Podcast

👂👂 "Warum du mit deinen Katzen clickern solltest"

👂👂 "Konditionierung auf den Clicker"

 

 

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Über die Autorin:

Mein Name ist Katja Henopp und ich bin Katzenpsychologin, 🛒Shopinhaberin und Kursleiterin.

Ich helfe dir dabei, deine Katzen besser zu verstehen und individuelle Lösungen für die Verhaltensprobleme deiner Katze zu finden.

 

 


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Kommentare: 9
  • #1

    Emine (Montag, 29 Juni 2020 21:41)

    Hallo liebe Frau Henopp,
    Seitdem ich mir ein zweites kitten geholt habe, schnurrt meine erste nicht mehr.
    İch versuche beide gleich zu behandeln.
    Was kann ich tun, falls es nicht besser wird.
    Danke lg.

  • #2

    Verena (Donnerstag, 10 September 2020 14:08)

    Hallo liebe Frau Henopp!
    Ich hab seit gut zwei Monaten zwei kleine Katzen, Geschwister. Pinot, die etwas kleinere und von Anfang an zutraulichere und Rocket, den größeren Kater, der sehr vorsichtig und eher zurückhaltend ist.

    Ich hab die beiden von einem Bauernhof in meiner Umgebung, die beiden hatten als ich sie bekommen hab sehr mit tränenden Augen/Bindehautentzündung, Schnupfen und Milben zu kämpfen. Rocket hat sich mit Antibiotika und Augentropfen schneller erholt als Pinot. Sie hat dadurch vielleicht etwas mehr Zuneigung bekommen und wurde auch mehr umsorgt (Augen sauber machen und so weiter).

    Seit unserer ersten Nacht schlafen die beiden bei mir im Bett (mein Freund ist nur an vier Abenden bei uns). Rocket schläft bei meinen Füßen und Pinot auf meinem Kopfpolster.

    Die beiden waren sehr schnell stubenrein, was mich total überrascht hat. Doch dann hat plötzlich eine von beiden oder auch mal beide in mein Bett gemacht. Meistens ganz in der Früh kurz vorm Aufstehen. Tagsüber sind beide ganz brav und benutzen eine der vier Katzenklos die im ganzen Haus verteilt sind und immer gut erreichbar.

    Es kommt momentan mindestens einmal die Woche vor, dass ich in einem nassen Bett aufwache. Und gestern hatte ich sogar, unter der Bettdecke versteckt, einen "kleinen Haufen" im Bett.

    Ich hab mir schon öfter gedacht, dass Rocket eventuell eifersüchtig ist. Da ist manchmal so ein Blick von ihm, wenn ich Pinot aufhebe oder streichle. Mein Freund meinte, dass das nicht sein kann und wir behandeln ja beide genau gleich. Aber ich aber immer mehr das Gefühl, dass er eifersüchtig ist.

    Seit ungefähr einer Woche versuche ich immer zuerst Rocket zu begrüßen, wenn ich von der Arbeit nach Hause komme und mich gezielt zuerst mit ihm zu beschäftigen und dann mit ihr. Pinot ist eine so putzige und extrem zutrauliche Katze, irgendwie streichelt man sie dann doch mehr.

    Ich weiß halt nicht mehr, was ich noch machen soll. Ich hab das Gefühl, dass ich jeden Tag das komplette Bettzeug neu wasche und alles frisch überziehe.
    Morgen haben wir wieder einen Tierarzt Termin (zweite Impfung) da werde ich auch mal fragen, damit ich körperliche Ursachen ausschließen kann.

    Aber ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie ein paar Tipps oder Methoden für mich hätten!
    Vielen Dank für Ihre Bemühungen!

    Beste Grüße aus Tirol
    Verena

  • #3

    Katja Henopp - Leben mit Katze (Donnerstag, 10 September 2020 18:32)

    Hallo Verena,
    ich kann dir auf jeden Fall sagen, dass die Unsauberkeit nichts mit Eifersucht zu tun hat.
    Wenn körperliche Ursachen ausgeschlossen werden können, empfehle ich dir eine Beratung bei einer Katzenpsychologin in deiner Nähe.
    Alles Gute wünscht
    Katja

  • #4

    Deike Buller (Freitag, 09 Oktober 2020 04:15)

    Liebe Frau Henopp,
    Meine beiden Katzen sind schon seid 10 Jahren zusammen und finden keinen Draht. Sie sind uns im Tierheim als Pärchen vermittelt worden. Aus anfänglicher Akzeptanz wird grade Hass.
    Die eine sehr zurückhaltend kommt mehr aus sich heraus und je mehr sie das tut, desto mehr zickt die andere. Es ist ein Teufelskreis. Bestärke ich die eine, funktioniert es mit der anderen Maus nicht mehr. Es ist schrecklich sich das mit ansehen zu müssen. Nur Abends im Schlafzimmer lässt sich unsere schwarze noch kraulen. Je nachdem wie sie sich die Räume gerade untereinander aufgeteilt haben. Ich bin wirklich ratlos. Versuche die Aufmerksamkeit zu verteilen, stoße aber auf Spielablehnung und Fauchen. Während die andere seit Jahren wieder spielt. Es gibt wenig Spielzeug, was beide annehmen. Nicht mal mehr der heißgeliebte Laserpointer funktioniert. Tierärztlich sind beide gesund. Die eine hat starkes Übergewicht. Deshalb steht das Futter für die andere Katze auf dem Tisch. Sie frisst kaum richtiges Futter und schaut der anderen immer zu. Sie kontrolliert je Bewegung. Ich möchte so gerne wissen was ich falsch mache. Versuche mich zu reflektieren und habe auch schon etwas verändert aber es hilft nichts. Vielleicht haben sie ja eine Idee?Ich würde mich sehr sehr freuen!
    Viele Grüße Deike Buller

  • #5

    Katja Henopp - Leben mit Katze (Montag, 12 Oktober 2020 17:21)

    Hallo Frau Buller,

    das hört sich wirklich nicht gut an, da die Situation schon sehr festgefahren scheint und eine der Katzen leidet.
    Ich rate Ihnen dringend zu einer umfassenden Beratung - bei einer Katzenpsychologin in Ihrer räumlichen Nähe oder telefonisch bei mir.
    Schreiben Sie mir in dem Fall gerne eine Mail an leben-mit-katze@email.de

    Herzliche Grüße,
    Katja Henopp

  • #6

    Julia (Dienstag, 23 Februar 2021 06:35)

    Sehr geehrte Frau Henopp,

    wir haben nunmehr seit drei Tagen zwei Kitten aus dem örtlichen Tierheim adoptiert. Es war leider von anfang an so, dass sich der Kater unter unserem Bett versteckt hat.

    Unsere Katze hat sich dann immer versucht ihm zu nähern. Sie ist eine richtige Schmusekatze. Leider hat sich ihr Verhalten, nachdem er sich etwas geöffnet hat und sich nunmehr auch von mir streicheln lässt sehr verändert. Immer wenn ich den Kater streichel starrt sie ihn böse an und oft kommt es auch zu kleinen Attacken. In der Nacht jagen die beiden sich etwas durch die Wohnung. Was kann ich hier tun? Ich versiche beide gleich zu behandeln habe aber das Gefühl etwas falsch zu machen.

    MFG Julia K-H

  • #7

    Katja Henopp - Leben mit Katze (Donnerstag, 25 Februar 2021 12:58)

    Hallo Julia,
    die Gleichbehandlung von Katzen ist gar nicht nötig. Eher solltest du darauf achten, auf deren individuelle Bedürfnisse zu achten. Lies gerne in meinem Blogartikeln zu diesem Thema "Bedürfnisse" . Dort erhältst du vlt. den ein oder anderen Tipp.
    Brauchst du eine individuelle Beratung, dann schau gerne in meinen Angeboten, was für dich in Frage kommt.
    Viele Grüße,
    Katja

  • #8

    Kathrin (Dienstag, 09 März 2021 14:21)

    Hallo Frau Henopp,

    wir haben seit 4 Jahren einen Kater, als dieser dann Freigänger wurde brachte er plötzlich einen schwarzen Kater mit nach Hause.
    Die Freundschaft schien ziemlich innig zu sein, denn ein halbes Jahr später zog der Kater komplett bei uns ein.
    (Der Kater hatte ein Herrchen, der über seinen Auszug zwar sehr traurig war, er meinte aber, wenn er lieber bei euch wohnen möchte, muss ich das akzeptieren).

    Das ganze ist nun schon ca. zwei Jahre her, aber es macht mir immer den Anschein als würde unsere erste Katze, es gar nicht mehr so gut finden, dass der zweite Kater bei uns eingezogen ist.
    Er reagiert sehr - meiner Meinung nach eifersüchtig - rennt vor mir weg - wenn er sieht dass ich den anderen streichle oder mich mit ihm befasse, manchmal beißt er mich oder haut mir mit der Pfote her wenn ich dann zu ihm gehe. Manchmal fällt er den andern Kater aber auch einfach aus dem nichts an und beißt ihn so fest in den Bauch, die Beinchen oder den Kragen das er schrecklich miaut oder faucht, er ist dann auch immer sehr verängstigt.

    Ich denke eigentlich schon, dass ich mit beiden genug Zeit verbringe - auch Zeit mit beiden allein. Der erste Kater ist immer schon etwas "eigen" gewesen aber wenn er mit mir allein ist, dann ist er meistens brav. Wenn sie im Freien sind, verstehen sie sich - kuscheln sogar zusammen, letztens haben sie sogar gemeinsam eine andere, fremde Katze verjagt.

    Seit ein paar Monaten ist es aber nun so, dass der zweite Kater immer mal wieder ins Bett pinkelt oder auf die Couch, in die Kissen oder die Kuscheldecke. Ich war schon beim Tierarzt dieser hat jedes Mal eine Blasenentzündung diagnostiziert - ich weiß auch nicht...? , die Katzentoilette wird täglich mind. 2x geleert - es ist auch nichts verändert worden - alles ist wie immer.

    Nun vermute ich erst Recht einen Zusammenhang, ich finde das Verhalten unseres ersten Katers nicht schön und würde auch das Bettpinkeln in den Griff bekommen wollen.

    Haben Sie vllt. einen Rat für mich?

    Viele Grüße
    Kathrin

  • #9

    Katja Henopp - Leben mit Katze (Dienstag, 09 März 2021 15:42)

    Hallo Kathrin,

    das klingt wirklich massiv - hier liegt einiges im Argen. Gerade immer wiederkehrende Blasenentzündungen können ein deutliches Stresszeichen sein.
    Die Probleme mit deinen Katzen beruhen vlt. auf einer falschen Interpretation des Verhaltens deiner Katzen, auf einem nicht optimalen Toilettenmanagement, auf lieb gemeinten, aber nicht immer passenden Reaktionen deinerseits.
    Eine Beratung durch eine erfahrene Katzenpsychologin ist genau das richtige in deiner Situation.
    Entweder bei mir - oder einer Kollegin in deiner Nähe.
    Alles Gute wünscht dir
    Katja