Leben mit Arthrose

Arthroseschmerzen – Woran kann ich diese erkennen?

 

Auch unsere beweglichen Katzen, gerade wenn sie zu den älteren Semestern zählen, haben häufig mit Schmerzen im Bewegungsapparat zu kämpfen, auch wenn man es ihnen zunächst gar nicht anmerkt, sind sie doch Meister der Kompensation. Umso wichtiger ist es daher für uns Menschen, frühe Warnsignale zu erkennen, damit wir unseren Samtpfoten die individuell passende Therapie anbieten können, um so den degenerativen Prozess hinauszuzögern und der Katze Schmerzfreiheit zu gewährleisten.

 

Typische Anzeichen für Arthroseschmerzen können sein:

 

  1. Sie bemerken, dass Ihr Stubentiger plötzlich nicht mehr in das Körbchen auf dem Kleiderschrank krabbelt, sondern sich bevorzugt Schlafplätze aussucht, die er bequem erreichen kann, ohne große Springanstrengungen anzustellen.

  2. Was ist denn mit Ihrem Kater los – so launisch kennen Sie ihn gar nicht!? In letzter Zeit kann es aber durchaus sein, dass er nicht wie sonst zum Schmusen kommt oder gar nach Ihnen schlägt, wenn sie ihn streicheln. Aus der Sicht eines Schmerzpatienten durchaus verständlich – er wird unsicherer und dadurch unberechenbarer. Einige Katzen werden hingegen schon nahezu lästig anhänglich, weil sie bei ihrem Menschen Sicherheit suchen.

  3. Die einst so geschickte Mäusefängerin bringt gar keine Mäuse mehr mit und spielt auch nicht mehr so ausgelassen – auch dies kann bedeuten, dass sie Gelenkschmerzen plagen.

  4. Auch ein zunehmendes Liege- und Schlafbedürfnis kann auf Schmerzen hindeuten, ebenso eine veränderte Schlafstellung. Manche Katzen legen sich plötzlich nicht mehr auf den Rücken oder legen sich sogar direkt auf das schmerzhafte Gelenk.

  5. Vielleicht verwundert es Sie, aber auch eine plötzlich auftretende Unsauberkeit kann ihre Ursache in degenerativen Knochenerkrankungen haben. In ein kleines Katzenklo mit relativ hohen Wänden einzusteigen und sich dann auch noch mühsam umdrehen zu müssen, um seine Hinterlassenschaften zuzuscherren, ist vielen Katzen, die unter Arthrose leiden, einfach zu anstrengend und schmerzhaft. Da ist es doch leichter, direkt neben das Klo zu pinkeln oder über den Rand hinweg; vielleicht sucht sie sich auch eine weiche Unterlage, wie z.B. den Teppich oder die Couch, um sich zu erleichtern.

  6. Auch vermehrtes oder gar exzessives Putzverhalten können auf Schmerzen hindeuten, denn damit versucht die Katze, Stress und/oder Schmerz abzubauen. Viel häufiger ist aber das Gegenteil der Fall: Mieze wendet deutlich weniger Zeit zur Körperpflege auf als früher; v.a. der hintere Rückenbereich sieht oft schuppig, verfilzt , fettig oder trocken – kurz: ungepflegt – aus. Kein Wunder, denn eine solche Verrenkung bedeutet Schmerz und das vermeidet die Fellnase lieber.

  7. Veränderte Lautäußerungen wie Fauchen, Knurren, übermäßiges Schnurren oder ungewohntes „Schweigen“ sind ebenfalls typisch und sollten Ernst genommen werden.

  8. Und natürlich sind ein verändertes Gangbild oder ein plötzlich auftretendes Humpeln ein guter Indikator für Beschwerden im Bewegungsapparat.

 

 

 

Therapiemethoden

 

  • Bei einem entzündlichen Schub (Arthritis), wenn das Gelenk anschwillt und sehr schmerzhaft ist, kann entweder die klassische Homöopathie eingesetzt werden oder kurzfristig ein für Katzen zugelassenes Schmerz- und Entzündungsmittel, bspw. Metacam. Bei Flo habe ich jahrelang ausschließlich mit Homöopathie gearbeitet; wichtig ist die sorgfältige Anamnese, denn nicht jeder Arthrosepatient braucht das selbe homöopathische Mittel.

  • Wird der Degenerationssprozess chronisch (Arthrose), kommt es also zu immer mehr Zubildung von Bindegewebe und Knochenwucherungen, helfen die passenden Globuli, oft auch die Mykotherapie (Heilpilze) und die Schulmedizin (Schmerzmittel). Gelenkunterstützende Nährstoffe wie Glukosamin und Chondroitinsulfat sowie Grünlippmuschelxtrakt wirken der Entzündung entgegen und können gerade im Anfangsstadium erst einmal ohne Schmerzmittel gegeben werden.

  • Je mehr Gewicht das arthrotische Gelenk tragen muss, desto stärker wird es auch belastet und desto größer sind die Schmerzen. Deshalb ist es unbedingt nötig, dass übergewichtige Katzen abnehmen. Und dazu gehört unbedingt Bewegung, da diese den Gewichtsverlust ankurbelt und zugleich die Bildung von Gelenkschmiere fördert. Außerdem soll ein vorzeitiger Muskelabbau unbedingt verhindert werden. Clickertraining ist eine gute Methode, kontrollierte Bewegung ins Spiel zu bringen.

 

 

  • Manchen Stubentigern tut Wärme in Form von Rotlicht gut – vlt. nicht unbedingt auf das betroffene Gelenk, sondern auf die Muskulatur im Rückenbereich. Schließlich führt eine andauernde Schonhaltung zu Schmerzen im Bereich der Brust- und Lendenwirbelsäule – je nachdem, welches Gelenk erkrankt ist. Attraktive Schlafplätze sollten für Ihre Lieblinge leicht erreichbar sein – entweder in Bodennähe, Kniehöhe oder gut erreichbar durch Stufen oder Treppen.

 

  • Ist das Ellenbogengelenk betroffen, so empfiehlt es sich, den Futternapf entsprechend höher zu stellen.

  • Physiotherapie oder Osteopathie bieten sich an - im Saarland für Katzen nicht leicht zu finden.

 

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