Mit Katzen auf Reisen

 

Eine liebe Nachbarin und große Katzenfreundin, die leider verstorben ist, hinterließ mir ihre Sammlung von Katzenbüchern. In einem davon blätterte ich gestern, weil es mich interessierte, was vor 20 Jahren in der Wissenschaft gelehrt wurde zum Thema Katzenverhalten, - ernährung und -haltung. Im Kapitel "Besondere Tipps für besondere Fälle" fand ich ein spannendes Kapitel mit der Überschrift "Mit Katzen auf Reisen".

Hier wird sehr liebevoll und selbstverständlich davon berichtet, wie angenehm doch ein Campingurlaub für Katzen sein könnte - "möglicherweise eine willkommene und spannende Erfahrung". Dies spiegelt eine Anschauung, die dem heutigen Trend vollkommen gegensätzlich gegenübersteht: eine Form von Freiheit und Abenteuer auf der einen Seite, Sicherheit und Behaglichkeit auf der anderen Seite. Die Freigängerfraktion schrumpft immer mehr zugunsten angepasster Wohnungskatzen, die ein bequemes, aber oft auch eintönigeres Leben genießen.

Dabei sind auch Katzen sehr wohl in der Lage, sich auf Unbekanntes einzustellen und es zu genießen, vorausgesetzt, sie werden behutsam an neue Reize und Situationen herangeführt.

 

 

 

Genau das praktizieren sehr liebe Kunden von mir schon seit Jahren mit ihren Maine Coon-Katzen: Leinentraining, Gewöhnung an den Campingbus und an längere Fahrten, Begegnung mit Strand und Meer. Und es funktioniert! Lotte und Pantoufle bewegen sich nach einer gewissen Eingewöhnungsphase selbstbewusst auf Campingplatz, in den Felsen und am Strand - wohlgemerkt immer an der langen Leine.

Gerade für Katzen, die als erwachsene Tiere oft schwer mit Veränderungen in ihrem Lebensumfeld zurechtkommen und dann auch unerwünschte Verhaltensweisen zeigen, ist eine Konfrontation mit möglichst vielen Menschen, Dingen, Geräuschen, Materialien, Düften und Situationen im Welpenalter ein guter Garant für Zufriedenheit und Selbstvertrauen.


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