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Eine neue Katze zieht ein

Artikel überarbeitet am 1.10.19

Zwei Katzen, aneinandergekuschelt auf Bett

 Eine neue Katze aufzunehmen in eine bestehende Katzengruppe oder zu einer Einzelkatze, ist ein aufregendes, freudiges Ereignis, denn schließlich zieht ein neues kätzisches Familienmitglied ein und soll das eigene Leben und das der anderen Stubentiger bereichern.

Nur: Nach welchen Kriterien soll ich meine Wahl treffen und wie gestalte ich die Bekanntmachung und Vergesellschaftung der Katzen?

Nemen wir an, Katze Minka, eine 3jährige verspielte, verschmuste Einzelkatze soll Gesellschaft erhalten, denn sie langweilt sich offenbar mit ihrem Menschen (also dir). Außerdem hast du ein schlechtes Gewissen, da du beruftstätig bist und mehrere Stunden am Tag außer Haus. (Vorsicht - zwei Katzen bedeuten doppelte Freude, aber auch Aufmerksamkeit, Zeitaufwand, Arbeit, Kosten,... mal 2!).

Augen auf bei der Partnerwahl!

Da du schon oft gehört hast, dass sich die Katze den Menschen aussucht und nicht umgekehrt (böse Falle, s.u.!), besuchst du ohne gedankliche Vorbereitung das nächstgelegene Tierheim - das "richtige" Tier wird schon wie von selbsst auf dich zukommen.

 

Und siehe da - der 2jährige Kater "Rocky" beschmust dich sofort, als du das Katzengehege betrittst; und da er zudem noch einen

 

wunderschönen, großen Katerkopf besitzt und sooo süß aussieht, ist deine Wahl bereits gefallen: Er kommt als Partner mit zu

 

Minka - das Schicksal (oder doch eher deine Emotionen) hat es so gewollt.

Missglückte Zusammenführung

Beim nächsten Tierheimbesuch und nachdem alle Formalitäten geklärt sind, packst du den Kater in eine Transportbox,  und fährst mit ihm in sein neues Zuhause.

 

Den Transportkorb stellst du mitten ins Wohnzimmer und lockst Minka herbei, die nichtsahnend angelaufen kommt, die Kiste incl. Inhalt wahrnimmt, sich Rocky tatsächlich, mit „Begrüßungsschwanz“ und Gurrlaute von sich gebend, nähert. Erleichtert – ganz sicher warst du nicht, ob die Zusammenführung wirklich reibungslos verläuft – öffnest du die Plastikschnallen und hebst den Deckel.

 

Was nun geschieht, geht so schnell, dass du die einzelnen Abläufe hinterher nicht mehr genau benennen kannst: Knurren, Gefauche, schnelle Bewegungen, ein Fellknäuel, aus dem sich Haarbüschel lösen, Geschrei und dann kann Minka endlich entkommen und flieht Hals über Kopf ins angrenzende Esszimmer. Rocky setzt  halbherzig hinterher, kehrt aber rasch um, läuft zu dir und reibt sich laut schnurrend an deinen Beinen.

Du bist völlig perplex, streichelst den "Schmuesekater" halbherzig und läufst dann Minka hinterher, die dich anfaucht und sich unter der Couch versteckt - sie hat erst einmal gründlich die Nase voll von dem neuen Mitbewohner!

 

Kater Rocky hat es sich derweil auf deinem Bett gemütlich gemacht und putzt sich ausgiebig.

 

 

Zugegeben – dieses Szenario ist beinahe „the worst case“, aber davon sollte man immer ausgehen, um entsprechende

 

Vorbereitungen treffen zu können.

 

Was ist schief gelaufen?

 

  • Wenn du eine Partnerkatze für deine Katze möchtest, solltest du dich nicht von deinen Gefühlen leiten lassen (schließlich

 soll Minka ihren neuen Gefährten umwerfend finden), schon gar nicht  vom Aussehen, sondern ganz pragmatisch

 

vorgehen: Passen Alter, Geschlecht, Persönlichkeit, Sozialisation und Spielverhalten zusammen?

 

  • Eine Katze, die stark auf Menschen bezogen ist, muss nicht unbedingt Artgenossen mögen – das eine hat mit dem

anderen nichts zu tun.

 

  • Wie würdest du dich fühlen, wenn in deiner Wohnung, in der du dich sicher fühlst, plötzlich ein fremder Mensch steht

und dich dann noch aus dem Weg schubst, dich anpöbelt und es sich auf deiner Couch bequem macht? Gar nicht gut,

 

oder!? Ob du diesem Kerl noch einmal eine Chance gibst, ist fraglich, bedarf aber auf jeden Fall Zeit und gemeinsamer

 

schöner Momente.

 

Bekanntmachen von Katzen - so geht es richtig

 

Was solltest du beachten, wenn eine neue Katze einzieht?

  •   Die besten Chancen bei einer Vergesellschaftung hast du, wenn die Katzen ungefähr das gleiche Alter haben, auf Artgenossen sozialisiert sind (also schon friedlich mit ihnen zusammen gelebt haben) und ein ähnliches Spielverhalten zeigen (Kater sind oft Rüpel beim Spielen und Kätzinnen schätzen eher das Objektspiel, sind nicht so ruppig).

Diese Katzen gibt es natürlich auch im Tierheim; wenn du dir unsicher bist, was die Aufnahme einer solchen Katze betrifft, kann ich dir Carmen Schells Ratgeber "Second Hand Katze: Aufnahme einer Katze mit Vergangenheit*" wärmstens ans Herz legen!

  •  Hast du einen vermeintlich passenden Artgenossen gefunden, überfalle die Altkatze bitte nicht mit dem neuen Kumpel, sondern lasse es langsam angehen mit dem Kennenlernen.
  • Richte vorher ein separates, kuscheliges Zimmer zum Wohlfühlen  für den Neuzugang ein, in dem sich Schlafkörbchen, Wasserschüssel, Fressnäpfe, Spielzeug und ein Katzenklo befinden. Dort wird die neue Katze  zunächst einquartiert, sodass eine Gewöhnung auf beiden Seiten stattfinden kann. 
  • Tausche  im Laufe der ersten Tage die Schlafdecken aus, um auch eine geruchliche Verbindung herzustellen.
  •  Achte auf die Körpersprache der beiden Stubentiger und schätze  so ein, wann du einen ersten kontrollierten Direktkontakt zulassen kannst (sprich: die Tür einen Spalt weit öffnest) – diesen aber immer bewaffnet mit Leckerchen, denn die Begegnung soll ja für beide Seiten angenehm verlaufen.

 

Diese Bekanntmachung von Katzen ist entscheidend für das weitere Zusammenleben der beiden (oder drei, vier) und sollte

 

wirklich akribisch geplant werden, um ein friedliches, harmonisches Zusammenleben zu ermöglichen - damit sich alle deine

 

Katzen (und du) auch in Zukunft wohl fühlen.

 

Ich berate dich gerne, damit beim Erstkontakt und darüber hinaus alles glatt läuft und eine harmonische Katzengruppe entstehen kann.

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