Mobbing unter Katzen

Mobbing bedeutet, dass es eine Opferkatze gibt, die über einen längeren Zeitraum von mindestens einem der anderen Artgenossen schikaniert und bedroht wird, sich aber aus dieser Situation nicht befreien kann.

 

Oft handelt es sich dabei um einen schleichenden Prozess, den die Tierhalter zunächst nicht mitbekommen oder nicht Ernst nehmen – gibt es doch ganz subtile Arten des Mobbings.

 

Woran erkenne ich eine Mobbingsituation in meiner Katzengruppe?

 

 

  •  Eine der Katzen zieht sich immer mehr zurück, verschläft den Tag regelrecht, liegt aber häufig in einer angespannten Körperhaltung („Verteidigungsschlaf“) auf einem erhöhten Platz, die Ohren gespitzt auf etwaige Geräusche ausgerichtet und leicht hochfahrend. Den Verteidigungsschlaf kann man häufig in Zoos beobachten, in denen die Raubkatzen den Besuchern zumindest visuell ausgeliefert sind. Da sie sich nicht verstecken können, ziehen sie die Extremitäten ganz eng unter/an ihren Körper, legen den Kopf dicht an Bauch und Pfoten und kneifen die Augen zu. Hier handelt es sich keineswegs um ein erholsames Schläfchen, sondern um einen völligen Kontaktabbruch in absoluter Anspannung. Dies ist ein deutliches Zeichen von Dauerstress – hier ist sofortige Hilfe nötig bei der Lösung des betreffenden (Gruppen-)Problems.

 

  • Eine der Katzen wird plötzlich unsauber, obwohl nichts Organisches vorliegt. Möglicherweise traut sie sich nicht mehr auf ihr Katzenklo, weil es von der Täterkatze blockiert oder ihr dort aufgelauert wird, wenn sie sich darauf befindet.

  • Einer der Stubentiger liegt häufig „demonstrativ“ auf Türschwellen, blockiert mit ihrem Körper Zugänge zu anderen Räumen.

  • Auch können Futterquellen, beliebte Plätze oder das Katzenklo blockiert werden.

  • Die Täterkatze belauert ihr Opfer regelrecht, attackiert es auch offensiv, ohne jede spielerische Komponente.

 

Wie kann es zu Mobbing kommen?

 

  •  Auslöser kann ein Schreckerlebnis gewesen sein, das unbemerkt bleibt, also auch nicht „therapiert“ wird und sich so verselbständigt.
  • Die Katzengruppe hat noch nie so richtig zusammengepasst, sodass es nur einen geringen Anlass braucht, unterschwellige Konflikte ans Tageslicht zu bringen.

  • Eine der Katzen hat einen längeren Klinikaufenthalt hinter sich oder war einige Tage in einer Garage eingesperrt, sodass die Katzengruppe irritiert reagiert und entsprechen angstaggressiv reagiert.

  • Häufig kann man erleben, dass Katzen, die durch Schmerzen, Alterungsprozesse oder chronische Krankheiten belastet sind, ihr Verhalten ändern, evtl. mit defensiver Aggression auf die Annäherung einer anderen Mieze reagieren oder so geschwächt/eingeschränkt sind, dass sie z.B. Spielaufforderungen nicht mehr annehmen. Auch das kann zu Irritationen bei den Artgenossen führen und zu Mobbingsituationen führen. Oder es ist gerade das souveräne Tier, das krank wird, das vlt. als „Puffer“ gewirkt hat, sodass die Beziehungen der Katzen untereinander noch einmal ganz neu „verhandelt“ werden müssen.

 

 

 

Welche Maßnahmen kann/sollte ich ergreifen?

 

Dies ist nicht leicht zu beantworten, da zunächst die Ursache herausgefunden werden muss.

 

Als Sofortmaßnahme empfiehlt sich zunächst die räumlicheTrennung der Opferkatze von den anderen - das kann ein einzelnes Zimmer sein odeer auch ein Stockwerk, je nach Wohnsituation. Diese Trennung bewirkt eine Reduktion der Erregung bei allen beteiligten Katzen und sorgt beim "Opfer"  für ein Sicherheitsgefühl.

 

Da ein Mobbingproblem immer sehr komplex ist, sollten Sie sich so schnell wie möglich kompetente Hilfe bei einer Katzenpsychologin suchen, die zusammen mit Ihnen einen individuellen Therapieplan erstellt. Sprechen Sie mich an, damit wieder Harmonie und Frieden in Ihre bestehende Katzengruppe einkehrt!

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