Mobbing unter Katzen

Mobbing bedeutet, dass es eine Opferkatze gibt, die über einen längeren Zeitraum von mindestens einem der anderen Artgenossen schikaniert und bedroht wird, sich aber aus dieser Situation nicht befreien kann.

 

Oft handelt es sich dabei um einen schleichenden Prozess, den die Tierhalter zunächst nicht mitbekommen oder nicht Ernst nehmen – gibt es doch ganz subtile Arten des Mobbings.

 

Woran erkenne ich eine Mobbingsituation in meiner Katzengruppe?

  •    Eine der Katzen zieht sich immer mehr zurück, verschläft den Tag regelrecht, liegt aber häufig in einer angespannten Körperhaltung, oft auf einem erhöhten Platz, die Ohren gespitzt auf etwaige Geräusche ausgerichtet und leicht hochfahrend. Die Augen werden regelrecht zugekniffen, Schwanz und Pfoten werden ganz eng an oder unter den Körper gezogen - frei nach dem Motto: Wenn ich dich nicht sehe, siehst du mich auch nicht!  Dies ist ein deutliches Zeichen von Dauerstress – hier ist sofortige Hilfe nötig bei der Lösung des betreffenden (Gruppen-)Problems, denn chronischer Stress führt nicht nur bei uns zu körperlichen Leiden - mal ganz abgesehen davon, dass diese angespannte Situation eine Katze über kurz oder lang völlig aus dem seelischen Gleichgewicht wirft.  Leider kann man diese Körperhaltung, wenn man ein ungeübtes Auge hat oder an nichts Böses denkt, relativ leicht mit einer "normalen" Schlafposition verwechseln.

Entspannte und angstfreie Katzen bewegen sich komplett anders und nehmen auch völlig andere Schlafpositionen ein. Wenn Sie gerne mehr über die Sprache von "Wohlfühlkatzen" wissen möchten, laden Sie sich meine kostenlose PDF-Datei herunter.

 

Kater in angespannter Schlafposition
angespannte Körperhaltung eines enorm gestressten Katers
  • Eine der Katzen wird plötzlich unsauber, obwohl nichts Organisches vorliegt. Möglicherweise traut sie sich nicht mehr auf das Katzenklo, weil es von der Täterkatze blockiert oder ihr dort aufgelauert wird, wenn sie sich darauf befindet.

  • Einer der Stubentiger liegt häufig „demonstrativ“ auf Türschwellen, blockiert mit seinem Körper Zugänge zu anderen Räumen. Es passiert gar nicht selten, dass die "Täterkatze", die "doch gar nichts tut" (außer Starren, was eine Bedrohung darstellt, und den Weg blockieren!!!), als solche nicht erkannt wird. Eher wird diejenige (Opfer-)Katze gemaßregelt, die den Mobber irgendwann anfaucht und die Pfote hebt - zur Verteidigung wohlgemerkt!

  • Die Täterkatze kann auch ihr Opfer regelrecht belauern, es offensiv attackieren, ohne jede spielerische Komponente. Wenn das Geschrei groß ist, immer nur die selbe Katze angreift bzw. wegläuft und die Opferkatze die Täterkatze meidet oder sich nur noch "tiefer gelegt" durch die Wohnung bewegt, ist es höchste Zeit, dieses Problem zu lösen.

 

Wie kann es zu Mobbing kommen?

 

  •  Auslöser kann ein Schreckerlebnis gewesen sein, das unbemerkt bleibt, also auch nicht „therapiert“ wird und sich so verselbstständigt. Bspw. fällt eine Vase herunter, Kater Mikesch erschreckt sich, sieht seinen Kumpel Ichwarsnicht und schiebt dem die Schuld in die Pfoten. Ein klassisches Missverständnis eben.
  • Die Katzengruppe hat noch nie so richtig zusammengepasst, sodass es nur einen geringen Anlass braucht, unterschwellige Konflikte ans Tageslicht zu bringen.

  • Eine der Katzen hat einen längeren Klinikaufenthalt hinter sich oder war einige Tage in einer Garage eingesperrt, sodass die Katzengruppe irritiert ist ("Wie riecht denn der, wie sieht der denn aus und wie führt er sich denn auf!?" und entsprechen angstaggressiv - hier wird dann mächtig gefaucht und evtl. auch attackiert ("Man kann nie wissen!" - reagiert.

  • Häufig kann man erleben, dass Katzen, die durch Schmerzen, Alterungsprozesse oder chronische Krankheiten belastet sind, ihr Verhalten ändern, evtl. mit Fauchen auf die Annäherung einer anderen Mieze reagieren oder so geschwächt/eingeschränkt sind, dass sie z.B. Spielaufforderungen nicht mehr annehmen ("Ich bin zu alt, mir tut alles weh, lass mich doch in Ruhe!"). Auch das kann zu Irritationen bei den Artgenossen führen und zu Mobbingsituationen führen. Oder es ist gerade das souveräne Tier, das krank wird, das vlt. als „Puffer“ gewirkt hat, sodass die Beziehungen der Katzen untereinander noch einmal ganz neu „verhandelt“ werden müssen.

 

 

Welche Maßnahmen kann/sollte ich ergreifen?

 

Dies ist nicht leicht zu beantworten, da zunächst die Ursache herausgefunden werden muss.

 

Als Sofortmaßnahme empfiehlt sich zunächst die räumliche Trennung der Opferkatze von den anderen - das kann ein einzelnes Zimmer sein oder auch ein Stockwerk, je nach Wohnsituation. Diese Trennung bewirkt eine Reduktion der Erregung bei allen beteiligten Katzen und sorgt beim "Opfer"  für ein Sicherheitsgefühl.

 

Da ein Mobbingproblem immer sehr komplex ist, sollten Sie sich so schnell wie möglich kompetente Hilfe bei einer Katzenpsychologin suchen, die zusammen mit Ihnen einen individuellen Therapieplan erstellt. Sprechen Sie mich an, damit wieder Harmonie und Frieden in Ihre bestehende Katzengruppe einkehrt!

Online-Kurs "Herausforderung Mehrkatzenhaushalt"

Haben Sie Interesse an einem Online-Kurs, der Ihnen Schritt für Schritt zu einem harmonischen Mehrkatzenhaushalt verhilft?

Dann tragen Sie sich doch ganz unverbindlich in meine Vorab-Liste ein. Wenn mein Kurs online geht, schreibe ich Sie an und mache Ihnen sogar ein Sonderangebot, wenn Sie sich hier eingetragen haben.

Ja, ich habe Interesse am Onlinekurs!

* indicates required

Fellnasen-Post

Ja, ich liebe Katzen und möchte sie noch besser verstehen und erfahren, was meinen Samtpfoten gut tut. Daher freue ich mich über ein monatliches Katzen-Update und melde mich zur Fellnasenpost an.

Ja, ich freue mich auf Fellnasen-Post!

* indicates required

Kommentar schreiben

Kommentare: 0