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Katzen und ihre Liebe zu Trockenfutter

- Artikel überarbeitet und aktualisiert am 6.9.19 -

 

Nicht selten bekomme ich von meinen Kunden zu hören: "Meine Katze frisst nur Trockenfutter! Ich habe schon öfter versucht, ihr Nassfutter zu geben, aber davon schleckt sie höchstens die Sauce."

 

Das ist doch eigentlich kein Problem, mag sich mancher Leser denken und es gibt tatsächlich Katzen, die mit dem ausschließlichen Verzehr von Trockenfutter 20 Jahre gut leben.

 

Warum ist die ausschließliche Fütterung mit den geliebten Kroketten aus ernährungsphysiologischer Sicht aber abzulehnen?

 

 Wie ich in meinem Blog über "Proteine" schon schrieb, sollte die ideale Nahrung für Katzen 85-90 % hochwertige Eiweiße enthalten (so viel wie bei einer Maus); die meisten Trockenfuttersorten enthalten aber lediglich 35 – 45 % davon, dagegen ebenso viele Kohlenhydrate.

 

 Zudem trinken die meisten Stubentiger zu wenig – stammen sie doch von der in der Steppe lebenden Falbkatze ab, die ihre Flüssigkeitsaufnahme ausschließlich durch den Verzehr ihrer Beutetiere (incl. deren Blut) deckt. Daher trinken auch die meisten unserer Hauskatzen entweder gar nichts oder (zu) wenig. Mittlerweile konnte man durch Studien belegen, dass v.a. Wohnungskatzen, die mit Trockenfutter ernährt werden und dazu noch an Übergewicht leiden, häufiger an Blasenerkrankungen leiden als ihre Artgenossen, die Nassfutter erhalten. Häufig liegt dann noch eine genetische Disposition vor.

 

 Dennoch möchte ich nicht auf diese stark riechenden, fettenden Kroketten verzichten, kann man sie doch wunderbar für Futtersuchspiele, als kleine "Wurfgeschosse", in Fummelbrettern oder als Clickerbelohnungen einsetzen.

 

Meine Tipps:

 

 Mische unter das Nassfutter eine kleine Menge Wasser, um sicher zu stellen, dass deine Fellnase genügend Flüssigkeit aufnimmt.

 

Verteile mehrere Wasserschälchen in der Wohnung.

 

Ein Trinkbrunnen (am besten aus Keramik) animiert viele Katzen zu einer höheren Flüssigkeitsaufnahme: Lucky-Kitty Keramik Katzenbrunnen*

 

Hast du eine Katze, die an chronischer Niereninsuffizienz erkrankt ist und die Nassfutter mittlerweile kategorisch ablehnt oder nur in Minidosen aufnimmt (so wie mein Kater Sisko), ist es überlebenswichtig, dein CNI-Fellchen zum Trinken zu bewegen (mehr Infos und Tipps zur CNI 👉lies mich!)

Trockenfutter ist für Katzen attraktiv

 

Aber was macht Trockenfutter für Katzen so attraktiv? Nimm einige Kroketten in die Hände und dann weißt du es: Es ist das Fett, mit dem die Futterteilchen besprüht sind, das sie so schmackhaft macht; Fett ist nun einmal ein Geschmacksträger (was auch der Mensch zu schätzen weiß, wenn er hier und da noch einen Schuss Sahne, Olivenöl oder ein Stückchen Butter hinzufügt).

 

Zudem riechen die Kroketten intensiv, was die Samtpfoten sehr zu schätzen wissen.

 

Ziemlich spannend und gar nicht lustig, was Hans-Ulrich Grimm in seinem gut recherchierten Sachbuch "Katzen würden Mäuse kaufen - wie die Futterindustrie unsere Tiere krank macht*" beschreibt: Abgesehen von einem viel zu hohen Kohlehydratanteil (s.o.), was mittel- und langsfristig (v.a. bei Überfütterung und unzureichender Bewegung!, Anm. d. Autorin) u.a. mitverantwortlich für Diabetes ist, sorgen Geschmacksverstärker dafür, dass Katze ihre trockenen Kroketten unwiderstehlich findet.

 

Aber wie bekomme ich meine verwöhnte Katze dazu, sich doch mit Nassfutter anzufreunden?

 

Indem du kein Trockenfutter frei zugänglich in der Wohnung herumstehen lässt (dafür gibt es "Fummelbretter") und mit Konsequenz deinerseits.

 

 

Umerziehung der TroFu-Junkies

 

Die meisten Katzen kann man nämlich langsam wieder an Nassfutter heranführen; nur die allerwenigsten lehnen das ihnen angebotene Nassfutter kategorisch ab. Fachkolleginnen, die in Tierheimen arbeiten und das Fressverhalten Tausender Katzen kennen gelernt haben, konnten mir diese These bestätigen. Die "Verweigerer" gehören wohl zu den Tieren, die mehr als 17 Monate ausschließlich mit Trockenfutter gefüttert wurden. Diese Katzen, so das Ergebnis einer Studie, akzeptierten die Umstellung auf Nassfutter entweder nur sehr schwer oder gar nicht und zwar unabhängig vom Futterangebot in Kindertagen.

 

Mein Tipp zum Heranführen an Nassfutter:

Falls deine Katze nur Tockenfutter frisst, mische ein wenig Nassfutter darunter und zwar im Verhältnis 10:1. Viele Katzen lassen sich darauf ein und futtern das Feuchtfutter munter mit; nach einigen Tagen reduzierst du das Trofu zu Gunsten des Nassfutters (Verhältnis 10:2) und so fort, bis du deinen Trockenfutterjunkie wieder behutsam an Feuchtfutter herangeführt hast.

 

Ich wünsche dir viel Erfolg bei der Umerziehung!

 

Tipp: Und wenn es mal selbst gemachte, gesunde Leckerchen sein sollen, dann überzeugt dich vlt. mein Rezept für getrocknete Lachsleckerchen...

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