Katzen und ihre Liebe zu Trockenfutter

 

Nicht selten bekomme ich von meinen Kunden zu hören: "Meine Katze frisst nur Trockenfutter! Ich habe schon öfter versucht, ihr Nassfutter zu geben, aber davon schleckt sie höchstens die Sauce."

 

Das ist doch eigentlich kein Problem, mag sich mancher Leser denken und es gibt tatsächlich Katzen, die mit dem ausschließlichen Verzehr von Trockenfutter 20 Jahre gut leben.

 

Warum ist die ausschließliche Fütterung mit den geliebten Kroketten aus ernährungsphysiologischer Sicht aber abzulehnen?

 

 

Wie ich in meinem Blog über "Proteine" schon schrieb, sollte die ideale Nahrung für Katzen 85-90 % hochwertige Eiweiße enthalten (so viel wie bei einer Maus); die meisten Trockenfuttersorten enthalten aber lediglich 35 – 45 % davon, dagegen ebenso viele Kohlenhydrate.

 

 

 

Zudem trinken die meisten Stubentiger zu wenig – stammen sie doch von der in der Steppe lebenden Falbkatze ab, die ihre Flüssigkeitsaufnahme ausschließlich durch den Verzehr ihrer Beutetiere (incl. deren Blut) deckt. Daher trinken auch die meisten unserer Hauskatzen entweder gar nichts oder (zu) wenig. Mittlerweile konnte man durch Studien belegen, dass v.a. Wohnungskatzen, die mit Trockenfutter ernährt werden und dazu noch an Übergewicht leiden, häufiger an Blasenerkrankungen leiden als ihre Artgenossen, die Nassfutter erhalten. Häufig liegt dann noch eine genetische Disposition vor.

 

 

 

Dennoch möchte ich nicht auf diese strak riechenden, fettenden Kroketten verzichten, kann man sie doch wunderbar für Futtersuchspiele, als kleine "Wurfgeschosse", in Fummelbrettern oder als Clickerbelohnungen einsetzen. Mein Tipp daher:

 

 

Mischen Sie unter das Nassfutter eine kleine Menge Wasser, um sicher zu stellen, dass Ihre Fellnase genügend Flüssigkeit aufnimmt.

 

 

Aber was macht Trockenfutter für Katzen so attraktiv? Nehmen sie einige Kroketten in die Hände und dann wissen Sie es: Es ist das Fett, mit dem die Futterteilchen besprüht sind, das sie so schmackhaft macht; Fett ist nun einmal ein Geschmacksträger (was auch der Mensch zu schätzen weiß, wenn er hier und da noch einen Schuss Sahne, Olivenöl oder ein Stückchen Butter hinzufügt).

 

Zudem riechen die Kroketten intensiv, was die Samtpfoten sehr zu schätzen wissen.

 

 

Und wie bekomme ich meine verwöhnte Katze dazu, sich doch mit Nassfutter anzufreunden?

 

Indem Sie kein Trockenfutter frei zugänglich in der Wohnung herumstehen lassen und mit Konsequenz Ihrerseits.

 

Die meisten Katzen kann man nämlich langsam wieder an Nassfutter heranführen; nur die allerwenigsten lehnen das ihnen angebotene Nassfutter kategorisch ab. Fachkolleginnen, die in Tierheimen arbeiten und das Fressverhalten Tausender Katzen kennen gelernt haben, konnten mir diese These bestätigen. Die "Verweigerer" gehören wohl zu den Tieren, die mehr als 17 Monate ausschließlich mit Trockenfutter gefüttert wurden. Diese Katzen, so das Ergebnis einer Studie, akzeptierten die Umstellung auf Nassfutter entweder nur sehr schwer oder gar nicht und zwar unabhängig vom Futterangebot in Kindertagen.

 

 

 

Gerne helfe ich Ihnen bei der Ernährungsumstellung und gebe Ihnen weitere Tipps.

 

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