"Nein, meine Bröckchen ess ich nicht!!!" - vom Umgang mit wählerischen Katzen

 

Frei nach dem berühmten trotzigen Ausruf des Suppenkaspars bei Wilhelm Busch: "Nein, meine Suppe ess ich nicht!" handhaben es auch viele Katzen so, wenn sie partout ihr eben noch heiß geliebtes Nassfutter nicht mehr anrühren, sondern unbeachtet stehen lassen. Warum ist das so? Und kann man da gar nichts machen?

 

Kitten fressen (fast) alles!

 

Junge Katzen, die unter 6 Monate alt sind, probieren (fast) alles aus, was ihnen ihre Mutter oder später der Mensch vorsetzt. Besonders zwischen der 7. und 8. Woche orientieren sie sich stark an den Futtergewohnheiten ihres Versorgers – das können Libellen, Mäuse, Kartoffeln oder Kitekat sein; was in dieser Zeit in den Napf kommt, wird später besonders gerne verzehrt. Die kleinen Kätzchen sind äußerst aufgeschlossen, wenn es um neue Nahrungsangebote geht, was zur ersten Empfehlung führt:

 

 

 

Tipp Nr. 1: Kitten sollten möglichst abwechslungsreich gefüttert werden, damit sie als erwachsene Katzen ein breiteres Futterangebot akzeptieren.

 

Katzen und die Mitleidstour

 

"Aber ich biete meiner Katze ständig etwas Neues an, weil sie das alte Futter nicht mehr frisst", klagen meine Kunden häufig und zeigen mir ein riesiges Arsenal an angebrochenen Tütchen, Beutelchen, Döschen, Dosen und Schachteln.

Bravo! Sie sind stolze Besitzer/-in einer intelligenten Katze, die gelernt hat, Sie zu konditionieren. Und so funktioniert's: Frauchen macht eine Dose einer bestimmten Marke und Sorte auf, die es bereits gestern, vorgestern und vorvorgestern gab – da wendet sich der Stubentiger erst einmal ab...so groß ist der Hunger dann doch nicht. Die besorgte Tierhalterin - "O Gott, sie will nichts fressen, sie wird doch nicht krank sein!??!" - reißt schnell ein Beutelchen mit viel Soße auf, füllt es in einen neuen Napf und stellt es Mieze hin. Die ist natürlich begeistert, riecht das neue Futter doch verführerisch und die Soße kann man so herrlich schlecken; die Bröckchen kann man dann getrost liegen lassen. Am übernächsten Tag riecht das neue Futter nicht mehr ganz so neu und verführerisch, der Hunger hält sich in Grenzen (steht doch Trockenfutter ständig zur Verfügung) und die Katze wendet sich erneut vom gefüllten Futternapf ab. Und siehe da – es gibt schon wieder eine ganz neue Sorte. Spätestens jetzt hat der Stubentiger die Verhaltenweise (sich vom Napf abwenden und weggehen) mit der Reaktion des Dosenöffners (Aufreißen eines neuen Beutels, Füllen des Napfes) verknüpft und fertig ist die sog. operante Konditionierung. Das klappt auch prima mit Mitleid erregendem Maunzen, Köpfchen geben, um die Beine streichen und heftigem Schnurren. Mein eigener Kater ist Meister darin (allerdings frisst der alles, aber am liebsten in großen Mengen)!

 

Tipp Nr. 2: Überlassen Sie Ihrer Katze kein Trockenfutter zur freien Verfügung – ständiges Naschen verdirbt auch Ihnen den Appetit.

 

Tipp Nr. 3: Wenn Ihre Katze das angebotene Futter nicht frisst, stellen Sie es kommentarlos weg und bieten Sie es ihr in einer oder zwei Stunden erneut an. Frisst sie es – gut; wenn nicht, entsorgen Sie es und bleiben Sie konsequent. Die Chancen stehen gut, dass sie am nächsten Tag frisst.

 

Für weitere hilfreiche Tipps und Empfehlungen stehen ich Ihnen gerne zur Verfügung.

 

"Meine Katze frisst nur Trockenfutter." Wieso das so ist, warum es aber nicht unbedingt gesund ist und wie Sie Ihre Katze umerziehen, erfahren Sie im nächsten Teil der Ernährungsreihe.

 

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