Gesunde Ernährung (Teil 1)

  Teil I: Nährstoffe (1)

 

 Zum Glück gibt es nicht nur eine Art, seine Katze gesund zu ernähren, sondern eine ganze Reihe von Ernährungskonzepten, die ich aber im Laufe der Ernährungsreihe nur benennen und nicht näher erläutern werde.

 

 

Wenn ich in diesem und in den nächsten Artikeln über "gesunde Ernährung" spreche, beziehe ich mich ausschließlich auf die Fütterung erwachsener, organisch gesunder Katzen.

 

Es ist schon erstaunlich, aber unsere Katzen wissen selbst nach Tausenden von Jahren Domestikation instinktiv, welche Nährstoffzusammensetzung gut für sie ist, was dieses Experiment belegt:

 

In einer Versuchsreihe an über hundert Tieren über drei Jahre hinweg untersuchten Wissenschaftler das Fressverhalten der Stubentiger. Bei den Fütterungsversuchen hatten die Katzen drei Fressnäpfe zur Auswahl, die mit unterschiedlichem Futter gefüllt waren. Die Sorten unterschieden sich dabei in genau vordefinierten Gehalten an den drei Hauptnährstoffen Protein, Kohlenhydrate und Fette. Die Forscher werteten für ihre Analysen die aufgenommenen Mengen aus und bestimmten die Nährstoffgehalte.

 

Das Ergebnis: Die Vierbeiner zeigten keine Präferenz für ein bestimmtes Futter, sondern fraßen mal hier und mal da, aber in der Gesamtbilanz kamen sie immer in etwa auf diese Werte:

 

26 Gramm Protein, 9 Gramm Fett und 8 Gramm Kohlenhydrate. Eigentlich keine Überraschung, setzt sich doch die Lieblingsspeise der kleinen Raubtiere, die Maus, aus oben genannten Werten zusammen.

 

Es zeigte sich interessanterweise bei dieser Untersuchung, dass Katzen, die bereits eine bestimmte Menge an Kohlenhydraten zu sich genommen hatten, aufhörten zu fressen. "Es sei daher nicht ratsam, Futter mit einem sehr hohen Kohlenhydratanteil anzubieten, denn das könne zu einem Mangel an den anderen Nährstoffen führen, sagen die Forscher." (Bild der Wissenschaft, 28.02.2011)

 

 

 

Daraus ergibt sich

 

Empfehlung Nr. 1: Der Kohlenhydratanteil sollte 20 % im Futter (sei es Dosen- oder Trockenfutter, selbst gekocht oder roh gefüttert) nicht überschreiten.

 

Empfehlung Nr. 2:

 

Zucker, dessen Auswirkungen auf die Gesundheit der Katze in der Wissenschaft noch heftig umstritten sind, hat auf jeden Fall keinen physiologischen Nutzen für die Katze, sollte daher also kein Bestandteil des Futters sein.

 

 

 

Aber woher bezieht der Mäusefänger seine Energie? Schließlich benötigen Muskulatur und Gehirn beim Beutefang (oder auch beim Spiel) eine hohe Konzentration an Glucose im Blut.

 

Diese steckt im Beutetier (oder im Fertigfutter) in Form von speziellen Aminosäuren (Aminosäuren sind die kleinsten Bausteine der Eiweiße oder Proteine), die – vereinfacht gesagt - über einen Stoffwechselprozess, den man Gluconeogenese nennt, zu Glucose umgewandelt werden. Die Leberenzyme, die daran beteiligt sind, sind gerade bei der Katze besonders aktiv und können nicht herunterreguliert werden (anders als z.B. beim Hund). Auch wenn sie gezwungenermaßen hungert, arbeiten diese Enzyme unaufhörlich weiter, sodass, wenn nicht mehr genügend Nahrungsproteine vorhanden sind, die Muskelproteine abgebaut werden und es in Folge dessen zu einem Muskelschwund kommen kann.

 

 

 

Empfehlung Nr. 3:

 

Katzen benötigen eine hohe Proteinmenge (75-90 %), die sie über das Futter aufnehmen.

 

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