Woran erkenne ich, dass meine Katze Schmerzen hat?

 

Oft übersehen wir, dass unsere Mieze unter Schmerzen leidet und das möglicherweise schon seit Wochen, da sie ihr Unbehagen meist nicht durch lautes Schreien oder Wimmern zeigt. 

 

Katzen sind Meister darin, ihre Schmerzen zu verbergen bzw. zu kompensieren – eine sinnvolle Einrichtung in der Natur, wo ein auffälliges Verhalten potenzielle Feinde anlocken würde.

Wenn wir ganz aufmerksam sind, können uns folgende Merkmale Hinweise auf mögliche Schmerzen geben:

Verhalten:

- Katzen, die unter Schmerzen leiden, können auf Berührungen, die sie normalerweise genießen oder kommentarlos hinnehmen, plötzlich mit Aggression reagieren.

- Manchmal ziehen sich die leidenden Tiere auch ganz zurück, oft suchen sie sich dann ungewöhnliche Plätze aus, um sich dort zu verstecken.

- Freigänger bleiben plötzlich in Rufweite, zeigen eine angespannte Körperhaltung, sind allgemein nervöser und ängstlicher, vermeiden bewusst Kämpfe mit Rivalen.

- Auch plötzliche Unsauberkeit und/oder Harnmarkieren können Folge von Schmerz oder Unwohlsein und daraus resultierender Unsicherheit sein.

- Abhängig davon, um welche Art von Schmerzen es sich handelt, kann die allgemeine Aktivität auffällig vermindert (z.B. Schmerz durch Bisswunde) oder erhöht sein (z.B. Schmerzen im Bewegungsapparat; das Tier findet keine bequeme Stellung zum Schlafen und läuft dann hin und her).

- Lautes Schnurren, was wir normalerweise mit Wohlbehagen verbinden, kann auch das genaue Gegenteil ausdrücken, nämlich starke Schmerzen oder Schwäche. Hier dient das Schnurren dann der eigenen Beruhigung.

- Die Katze verändert ihr Putzverhalten; i.d.R. wird dieses massiv eingeschränkt; auch das Gegenteil kann der Fall sein - die Katze fühlt sich unwohl, evtl. gestresst und hört gar nicht mehr auf, ihr Fell zu schlecken. Sie tut dies, um sich selbst zu beruhigen und Stress abzubauen.

- "Gesprächige" Tiere werden plötzlich nahezu stumm; andere miauen (vokalisieren) deutlich mehr.

- Die Mieze frisst deutlich weniger oder nichts mehr.

 

 

Aussehen:

- Das Fell liegt nicht glatt am Körper, sondern steht v.a. im Rückenbereich ab; zudem fühlt es sich eher struppig und nicht glatt an. Auch stehen die Haare auf der Stirn deutlich ab - auch auf dem Foto links gut erkennbar.

 

 

Körperhaltung:

- Ganz oft wird eine Kauerstellung eingenommen; die Katze liegt auch nicht gemütlich auf dem Rücken, sondern entweder mit untergeschlagenen Vorderbeinen oder auf der schmerzhaften Seite.

- Der Körper ist angespannt.

- Nähert sich der Mensch, wendet sich eine Katze, die unter Schmerzen leidet, auch oft ab.

Das ist ein Kater mit HCM (verdicktes Herz = hypertrophe Kardiomyopathie) und CNI in Stadium !V. Sehr deutlich sind hier die Kauerstellung zu erkennen sowie die abstehenden Stirnhaare. Hier kommen unglücklicherweise Schmerzen, Übelkeit und Unwohlsein zusammen.

Wie immer gilt: Auch die Schmerzäußerung der einzelnen Katzen ist sehr individuell – wer seine Samtpfote gut kennt, wird sie schneller zu deuten wissen und die entsprechenden Maßnahmen ergreifen können.

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