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Woran erkenne ich, dass meine Katze Schmerzen hat?

Katze kauert vor Schmerz

 

Oft übersehen wir, dass unsere Mieze unter Schmerzen leidet und das möglicherweise schon seit Wochen, da sie ihr Unbehagen meist nicht durch lautes Schreien oder Wimmern zeigt. 

 

Wussten Sie, dass ca. 90 % aller Katzen über 12 Jahren an Schmerzen (meist des Bewegungsapparates) leiden? Gerade bei unseren Katzensenioren sollten wir also besonders aufmerksam auf Anzeichen von Schmerzen achten.

(Ergänzung Oktober 2020: )Aber auch jüngere Katzen leiden oft - und zwar unerkannt an einer Zahnkrankheit namens FORL. Sie betrifft ca. 50 % aller Katzen über 5 Jahren und ist eine der schmerzhaftesten chronischen Katzenerkrankungen überhaupt.

 

(Oktober 20220): Das ist meine 4 Jahre alte Katze Ruby, die an FORL leidet.

Da ich die Schmerzanzeichen sehr früh bemerkt habe, befindet sich die Erkrankung noch im Anfangsstadium. Es mussten nur 7 Backenzähne gezogen werden (oft werden alle Backenzähne auf einmal gezogen).

Wie und woran ich gemerkt habe, dass mit meiner Ruby etwas nicht stimmt, kannst du in meiner Podcastfolge "Leidet deine Katze unter FORL?" nachhören:

 

👂👂 die Folge anhören

 

 

Katzen sind Meister darin, ihre Schmerzen zu verbergen bzw. zu kompensieren – eine sinnvolle Einrichtung in der Natur, wo ein auffälliges Verhalten potenzielle Feinde anlocken würde.

Wenn wir ganz aufmerksam sind, können uns folgende Merkmale Hinweise auf mögliche Schmerzen geben:

Verhalten:

- Katzen, die unter Schmerzen leiden, können auf Berührungen, die sie normalerweise genießen oder kommentarlos hinnehmen, plötzlich mit Aggression reagieren.

- Manchmal ziehen sich die leidenden Tiere auch ganz zurück, oft suchen sie sich dann ungewöhnliche Plätze aus, um sich dort zu verstecken.

- Freigänger bleiben plötzlich in Rufweite, zeigen eine angespannte Körperhaltung, sind allgemein nervöser und ängstlicher, vermeiden bewusst Kämpfe mit Rivalen.

- Auch plötzliche Unsauberkeit und/oder Harnmarkieren können Folge von Schmerz oder Unwohlsein und daraus resultierender Unsicherheit sein.

- Abhängig davon, um welche Art von Schmerzen es sich handelt, kann die allgemeine Aktivität auffällig vermindert (z.B. Schmerz durch Bisswunde) oder erhöht sein (z.B. Schmerzen im Bewegungsapparat; das Tier findet keine bequeme Stellung zum Schlafen und läuft dann hin und her).

- Lautes Schnurren, was wir normalerweise mit Wohlbehagen verbinden, kann auch das genaue Gegenteil ausdrücken, nämlich starke Schmerzen oder Schwäche. Hier dient das Schnurren dann der eigenen Beruhigung.

- Die Katze verändert ihr Putzverhalten; i.d.R. wird dieses massiv eingeschränkt; auch das Gegenteil kann der Fall sein - die Katze fühlt sich unwohl, evtl. gestresst und hört gar nicht mehr auf, ihr Fell zu schlecken. Sie tut dies, um sich selbst zu beruhigen und Stress abzubauen.

- "Gesprächige" Tiere werden plötzlich nahezu stumm; andere miauen deutlich mehr.

- Die Mieze frisst deutlich weniger oder nichts mehr.


 

Aussehen:

- Das Fell liegt nicht glatt am Körper, sondern steht v.a. im Rückenbereich ab; zudem fühlt es sich eher struppig und nicht glatt an. Auch stehen die Haare auf der Stirn deutlich ab - auch auf dem Foto links gut erkennbar.

Körperhaltung:

- Ganz oft wird eine Kauerstellung eingenommen; die Katze liegt auch nicht gemütlich auf dem Rücken, sondern entweder mit untergeschlagenen Vorderbeinen oder auf der schmerzhaften Seite.

- Der Körper ist angespannt.

- Nähert sich der Mensch, wendet sich eine Katze, die unter Schmerzen leidet, auch oft ab.

Chronische Schmerzen verursachen Stress bei Katzen, weshalb du schon frühzeitig mit einer individuellen  Schmerztherapie für deine Katze beginnen solltest.

Das ist ein Kater mit HCM (verdicktes Herz = hypertrophe Kardiomyopathie) und CNI in Stadium IV. Sehr deutlich sind hier die Kauerstellung zu erkennen sowie die abstehenden Stirnhaare. Hier kommen unglücklicherweise Schmerzen, Übelkeit und Unwohlsein zusammen.

Wie immer gilt: Auch die Schmerzäußerung der einzelnen Katzen ist sehr individuell – wer seine Samtpfote gut kennt, wird sie schneller zu deuten wissen und die entsprechenden Maßnahmen ergreifen können.

Manchmal gibt es aber keine Maßnahmen mehr, die deine Fellnase von ihren Schmerzen vollständig befreien können - vielleicht wirst du dich dann mit dem Gedanken vertraut machen müssen, dass es Zeit ist, Abschied von deinem geliebten Tier zu nehmen.

Auch ich musste diese schmerzliche Erfahrung kürzlich machen, als mir meine Katzenomi Flo deutlich zu verstehen gab, dass ihre Kraft aufgebraucht war und sie sich zum Sterben zurückzog.

Diese intensiven Erfahrungen und meine Trauer um Flo habe ich in einem Blogartikel verarbeitet, in dem es um den richtigen Zeitpunkt des Loslassens geht - vielleicht hilft er dir, eine Entscheidung zu treffen.

P.S.: Bitte nutze das Kommentarfeld nicht dazu, mich bei Verhaltensauffälligkeiten um Rat zu fragen.

Stelle dein Tier immer einem Tierarzt/ einer Tierärztin vor.

Rätselraten meinerseits ist unseriös und hilft deiner Katze nicht weiter. Vielen Dank!


Über die Autorin:

Mein Name ist Katja Henopp und ich bin Katzenpsychologin,  Kurs- und Katzenclubleiterin.

Ich helfe dir dabei, deine Katzen besser zu verstehen und individuelle Lösungen für die (Verhaltens-)probleme deiner Katze zu finden.


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Kommentare: 10
  • #1

    Andrea (Samstag, 29 Februar 2020 08:47)

    Guten Morgen, sehr gut deine Beschreibung und Verständlich.❤️ Danke ❤️

  • #2

    Kristina (Donnerstag, 30 Juli 2020 10:34)

    Mein 17 Jahre persakater macht mir Schwierigkeiten. Seit Monaten geht nicht mehr auf katzenkloo, plötzlich frisst er alles was es gibt aber kaum zunehm. Mit Pflege macht er auch nicht mehr was.Bin langsam überfordert. Die ganze Tage am putzen mach mich langsam agressiv. Ich weiß es nicht was ich machen soll

  • #3

    Katja Henopp - Leben mit Katze (Freitag, 31 Juli 2020 08:34)

    Hallo Kristina,
    da gibt es nur einen Rat: Bitte stelle deinen Kater dringend einem Tierarzt/ einer Tierärztin vor. Der alte Knopf benötigt dringend eine angemessene Therapie.
    Alles Gute für euch.

  • #4

    Nadja thamm (Sonntag, 09 August 2020 15:38)

    Hallo ich wollte sie auch einmal um Rat bitten und zwar ist mein 1 jähriger Kater sonst sehr gesprächig aber seit 2 Tagen sagt er plötzlich kaum etwas aus der wenn ich auf ihn zugehen dann zieht er sich immer leicht zurück und macht einen kurzen krazigigen mau Ton außerdem ist er auch nicht so aktiv wie sonst könnte es am warmen Wetter liegen oder steckt da ev mehr dahinter

    Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen und danke schonmal im vorraus
    M.f.g Nadja thamm

  • #5

    Foelster (Dienstag, 11 August 2020 11:27)

    Guten Morgen,meine Katze schreit sehr viel
    Was kann es sein.
    Trink sehr viel
    Liebe Gruesse

  • #6

    Katja Henopp - Leben mit Katze (Dienstag, 11 August 2020 17:28)

    Bitte bei solchen Verhaltensauffälligkeiten dringend einen Tierarzt konsultieren, damit eine gesicherte Diagnose gestellt und den Katzen schnellstmöglich geholfen werden kann!
    VG
    Katja

  • #7

    Steffi (Sonntag, 13 September 2020 19:45)

    Bei unserem lieben, alten Katerchen ist ein bösartiger Tumor im Rachen diagnostiziert worden. Der Tierarzt konnte keine Prognose geben - zwischen ein paar Wochen und einem Jahr wäre alles möglich... Jetzt habe ich große Sorge, dass ich den richtigen Moment nicht erkenne, um ihn gehen zu lassen. Er frisst noch gerne und macht eigentlich nicht den Eindruck, als hätte er Schmerzen, aber er röchelt und hustet und schnarcht. Ich weiß nicht, wie sehr ihn das belastet...

  • #8

    Meine güte (Sonntag, 13 September 2020 23:24)

    Versteht ihr die deutsche Sprache nicht ? Die Autorin sagt ausdrücklich es solle niemand um Rat bitten.
    Eine fachliche Meinung ist gefragt und entweder ihr liebt euer Tier und geht zum Arzt oder denkt weiter nur an euer eigenes seelenwohl und spekuliert rum. Internet, Foren, Freunde usw. Kann "niemals" professionelle Tierärzte oder Kliniken ersetzen die die modernsten Mittel zur Verfügung haben um eine Diagnose zu erstellen oder einem Tier zu helfen. Solange ihr hier rum sucht ist es möglich das euer Baby leidet. Fragt euch eins, wenn euch bei eurem Kind etwas Seltsames auffällt, würdet ihr zögern zum Arzt zu fahren.
    Sty aber in meinen Augen ist es erbärmlich. Nehmt euer Kätzchen und helft anstatt in kauf zu nehmen das es leidet...

  • #9

    Anja K. (Mittwoch, 28 Oktober 2020 00:55)

    Hallo Katja,
    Ich habe mir im April diesen Jahres eine Katze aus dem Tierschutz geholt. Sie heißt Frieda und ist nicht so groß, knapp 3 kg. Sie wurde in einem sehr schlechten Zustand aufgefunden. Die Tierärztin hätte sie auf 3-4 Jahre geschätzt. Ich wollte sie weiter aufpäppeln und ihr dann wieder einen Freigang ermöglichen. Nun habe ich in deinem Blog über Schmerzerkennung und die dazu passenden Fotos von deinen Katzen gesehen und bin dann mit ihr zu meiner Tierärztin gegangen, sie hat Frieda eher zwischen 13 -15 Jahre geschätzt und ihr Verhalten war dann natürlich nachvollziehbar (Arthrose und schlimme Zähne)Ich war natürlich geschockt, natürlich behalte ich mein Ömchen, nur jetzt kann ich sie dank deines Blogs besser verstehen und unser Zusammenleben ist dadurch viel entspannter geworden. Friede bekommt jetzt auch Schmerzmittel, was ihr sichtbar Lebensqualität bringt. Ich hoffe, das wir so noch ein bisschen gute Zeit miteinander verbringen können.
    Lg Anja und Frieda �

  • #10

    Katja Henopp - Leben mit Katze (Mittwoch, 28 Oktober 2020)

    Hallo Anja und Frieda,
    ich freue mich sehr für euch beide, dass meine Informationen und die Fotos geholfen haben, zu erkennen, was mit Frieda los war.
    Schön, dass es ihr besser geht und sie bei dir ein liebevolles Zuhause gefunden hat.
    Ich wünsche euch beiden von Herzen eine glückliche gemeinsame Zeit!
    Lieben Gruß von Katja